Mittwoch, 13. Februar 2019

ZdK-Präsident Thomas Sternberg erwartet Ende einer Kultur der Verdrängung und des Selbstschutzes

Zum Treffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in Rom

"Nicht nur die katholische Welt schaut auf Rom, wenn jetzt die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen weltweit zusammenkommen um über Konsequenzen aus dem Missbrauch in der katholischen Kirche zu beraten“, so der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg. „Aus meiner Sicht sollte das wichtigste Ergebnis sein, zu einem gemeinsamen Bewusstseinsstand über die Dramatik der Situation, den tiefgreifenden Glaubwürdigkeitsverlust und den umfassenden, auch strukturellen Reformbedarf in der katholischen Kirche zu kommen. Wir brauchen deutliche Signale zum Ende einer Haltung des Verdrängens und des Schutzes der Institution, hin zu einer Orientierung an den Opfern. Niemand in der Weltkirche darf in Bezug auf Fragen des sexuellen Missbrauchs mehr sagen, so etwas gibt es bei uns nicht, das geht uns deshalb nichts an. Eine solche Haltung ist schlicht unehrlich und verhindert die notwendigen Reformmaßnahmen. Das sind wir an erster Stelle auch den Opfern des Missbrauchs schuldig. Insbesondere im Hinblick auf den innerkirchlichen Reformbedarf erwarte ich, dass Wege geöffnet werden, um auch auf der Ebene der Bischofskonferenzen eigenständige Regelungen treffen zu können.“