Salzkörner

Freitag, 29. Juni 2018

DOCAT: Die Soziallehre der Kirche in verständlicher Sprache

Eine Empfehlung des KKV-Bundesverbandes

Spötter behaupten, die katholische Soziallehre sei das bestgehütete Geheimnis der katholischen Kirche. Ein Schatz, der tief vergraben sei und darauf warte, dass man ihn entdeckt. Dabei ist nichts so praktisch wie eine gute Theorie und auch die katholische Soziallehre ist eine gute Theorie. Und sie ist eine großartige Anleitung, wie der christliche Glaube in die Tat umgesetzt werden kann. Und genau das wird mit dem DOCAT umgesetzt. Hier liegt jetzt eine populäre Übersetzung der Sozial- und Gesellschaftslehre der katholischen Kirche vor, wie sie in wichtigen Dokumenten seit Papst Leo XIII. entwickelt wurde.

Papst Franziskus bringt in seinem Vorwort das Anliegen auf den Punkt, wenn er schreibt: "In dem Titel steckt das englische Wort 'to do', tun. Der DOCAT antwortet auf die Frage 'Was tun?' – und er ist so etwas wie eine Gebrauchsanweisung, die uns hilft, mit dem Evangelium erst einmal uns selbst, dann unser nächstes Umfeld und am Ende die ganze Welt zu verändern. Denn wir können mit der Kraft des Evangeliums die Welt wirklich verändern." Und deshalb wünscht er sich "eine Million junger Christen, ja eine ganze Generation, die für ihre Zeitgenossen Soziallehre auf zwei Beinen sind".

Im Übrigen hat auch der KKV-Bundesverband wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Werk erstellt wurde. So hatte der katholische Sozialverband bereits in seinem Positionspapier zum Gesprächsprozess u. a. gefordert: "Die Botschaft der katholischen Soziallehre ist zeitlos und auch heute aktuell. Allerdings muss sie in die heutige Sprache übersetzt und interpretiert werden."

Wir sind daher froh, dass Bernhard Meuser, der Herausgeber des YOUCAT (Jugendkatechismus), diese Idee aufgegriffen hat und sie nun in Form des DOCAT vorliegt.

In dem 320-seitigen Buch werden in zwölf Kapiteln die wesentlichen Elemente der katholischen Soziallehre in verständlicher und praxisbezogener Form dargelegt. In 328 Fragen und Antworten wird dies aufbereitet und mit Zitaten des Papstes, von Schriftstellern oder Schauspielern und Bibelstellen hinterlegt. Außerdem kann man am Ende eines jeden Kapitels Auszüge aus den wichtigsten Sozialdokumenten im Original nachlesen. Junge Menschen haben in einem Workshop, der vom KKV-Bundesverband finanziert wurde, an den Formulierungen mitgearbeitet. Alle Inhalte sind in Zusammenarbeit von renommierten Sozialexperten entstanden.

Für den KKV sind die Kapitel vier bis sieben des DOCAT von besonderer Bedeutung. Hier wird auch ein Kernsatz aus Gaudium et Spes (GS 63) zitiert, der insbesondere die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt: "Auch im Wirtschaftsleben sind die Würde der menschlichen Person und ihre ungeschmälerte Berufung wie auch das Wohl der gesamten Gesellschaft zu achten und zu fördern, ist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft."

Kurzum: Der DOCAT greift die Probleme der heutigen Zeit auf und gibt darauf Antworten aus der Sicht des christlichen Glaubens. Er liefert keine Patentrezepte für die Lösung aller Fragen. Aber er gibt Orientierungshilfen, damit man als Christ im konkreten Fall verantwortlich entscheiden und handeln kann. Oder wie es der KKV in seinem Grundsatzprogramm formuliert hat: "Die katholische Soziallehre bietet wichtige Orientierungen für die Einstellung des Christen in Staat und Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt sowie zur sozialen Ordnung und zum Gemeinwohl."

Die deutsche Ausgabe des DOCAT gibt es als Flexcover, 320 Seiten, 12,5 x 20,5 cm; ISBN 978-3-945148-06-8; € 14,99.

 

 

 

 

Autor: Bernd-M. Wehner Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V. (KKV) bis Ende Mai 2017

zurück zur Übersicht