Salzkörner

Montag, 30. April 2007

Klimawandel

Die aktuelle Diskussion über den globalen Klimawandel beinhaltet eine große Chance und eine nicht minder große Gefahr. Die große Chance besteht darin, den globalen Klimawandel endlich als Realität zu begreifen und nicht länger zu verharmlosen. Dafür gab es die beiden Möglichkeiten "es ist alles nicht so schlimm" und "Der Klimawandel ist nicht von Menschen gemacht". Es ist deshalb gut, wenn die Deutschen Bischöfe in ihrer Erklärung zum Klimawandel ebenso vorsichtig wie klar sagen: "Die vorherrschende wissenschaftliche Auffassung besagt, dass der globale Klimawandel mit größter Wahrscheinlichkeit zu einem wesentlichen Teil menschengemacht ist, wohl unumkehrbar begonnen hat und in seinen Auswirkungen die Lebensgrundlagen vieler Menschen, Tiere und Pflanzen bedroht ... Selbst wenn eine erhebliche Unsicherheit über die Verlässlichkeit der Zukunftsszenarien bestünde, wäre es ein Gebot der Vorsicht, die wissenschaftlich fundierten Warnungen ernst zu nehmen und eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Völlig unabhängig davon, welchen Anteil menschliches Verhalten am globalen Klimawandel hat, sind Minderungen des Ausstoßes von Treibhausgasen und Anpassungen an die Folgen notwendig".

Die nicht minder große Gefahr der starken Thematisierung des Klimawandels in allen Medien ist es, dass die Öffentlichkeit über kurz oder lang des Themas überdrüssig werden und abwehrend reagieren könnte. Hier gilt es, gegenzusteuern, auch durch die katholischen Verbände und durch alle Katholiken, die sich in Beruf, Familie, Politik engagieren: Verhaltensänderungen sind nötig und möglich, gesetzliche Rahmenbedingungen, die sie herbeiführen oder fördern, sind unverzichtbar. Nachkommende Generationen werden die Leidtragen- den unseres heutigen Verhaltens sein. Der Klimawandel ist deshalb auch ein Problem der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Und den Christen ist die Bewahrung der Schöpfung ein Kernanliegen.

Autor: Stefan Vesper

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