Salzkörner

Freitag, 28. Februar 2020

Neue Wege

Editorial

„Lange Wellen treiben schräg gegen den Strand“: Die Fahrt zur Küste von New Jersey zählt zum wenigen Luxus der alleinerziehenden Gesine Cresspahl in Uwe Johnsons Roman Jahrestage. Auch wir – Katholikinnen und Katholiken – halten aktuell einen Augenblick inne, um unsere eigenen Perspektiven neu zu vermessen: Als Hobbyfotograf jongliere ich zwischen Weitwinkel (den Blick auf das große Ganze nicht verlierend) und Teleobjektiv (hineinzoomend und kein Detail übersehend). Insofern ist der Synodale Weg keine Auszeit, die wir uns schon lange vorgenommen haben, sondern eine dringend erforderliche Reaktion auf eine unfassbare Versagenskrise innerhalb der katholischen Kirche.

Wir tun dies nicht, indem wir parlamentarische Systeme kopieren. Stattdessen lassen wir uns geleiten von einem gemeinsamen Geist, der uns trägt. Dass sich Laien und Kleriker darauf einlassen, ohne Strecke oder Ziel zu kennen, macht sie zu einer mutigen Reisegesellschaft. Auch Gesine ahnt, am Strand der USA stehend, noch nicht, dass sie ein Jahr später in ein Flugzeug steigen wird, um Zeugin des Prager Frühlings zu werden.

Einen mir noch unbekannten Weg gehe auch ich seit Januar: Als neuer Generalsekretär des ZdK freue ich mich auf Begegnungen mit den Leserinnen und Lesern der Salzkörner, unseren Mitgliedern und den Freundinnen und Freunden unserer Arbeit. Uns eint, dass uns die Zukunft der Kirche und die katholische Stimme in der Gesellschaft viel bedeutet. Die Salzkörner zeugen von der Vielfalt der Themen, die uns auf und neben dem Synodalen Weg beschäftigen. Bei der Lektüre wünsche ich Ihnen viel Freude!

 

Autor: Marc Frings

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