Salzkörner

Donnerstag, 27. Juni 2019

Synodaler Weg

Editorial

Wenn sich in diesen Wochen der einstimmige Beschluss der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz konkretisiert, gemeinsam mit dem ZdK einen synodalen Weg zu zentralen Fragen im Nachgang zu den Ergebnissen der MHG-Studie zu gehen, dann gehört für uns neben den Fragen nach dem Umgang mit Macht in der Kirche, nach der Zukunft der priesterlichen Lebensformen und der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral auch die Frage der Stellung der Frau in der Kirche dazu.

Für alle diese Themen gilt, wie Präsident Sternberg sagte, dass wir bereitstehen, die Vorbereitungen zügig voranzubringen, „wenn der Wille zu wirklicher Veränderung erkennbar wird.“ Das ist eine Bedingung. Zu lange wurden notwendige Veränderungen und anstehende Reformen blockiert.

Dabei ist eines klar: Veränderungen, Reformen, Weiterentwicklungen, ein „Aggiornamento“ in unserer Kirche sind nie Selbstzweck. Es geht uns nicht zuerst um das Wohl der Kirche. Es geht uns um das, wofür wir gemeinsam als Kirche da sind: das Evangelium zum Leuchten zu bringen. Es geht uns darum, dass Menschen von dem erfahren, was immer zählt. Dass sie Halt und Angenommensein im Glauben finden können, dass sie Zugänge zum tiefsten Grund unseres Daseins finden. Es geht uns um Gott.

Viele von uns empfinden es so, dass ein Teil der heutigen kirchlichen Wirklichkeit den Menschen die Wege verstellt,   Gott zu finden. Gerade darum ist es so wichtig, einen verfassten, transparenten und verbindlichen Prozess unter Mitverantwortung der Laien zu beginnen, die Ergebnisse in der Kirche in Deutschland umzusetzen und weitere Themen gegebenenfalls in Rom gemeinschaftlich vorzutragen.

 

 

Autor: Dr. Stefan Vesper

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