Salzkörner

Montag, 8. März 2021

Wissen, was die Stunde geschlagen hat

Editorial

„Im Ausnahmezustand schlägt die ‚Stunde der Exekutive‘. Derzeit aber schlägt die Stunde der Gesellschaft“, schrieb ich zur Einleitung unserer Corona-Sonderausgabe der Salzkörner im April 2020. Wie sieht es ein knappes Jahr später aus?

Es ist begrüßenswert, dass die Beschaffung der Impfstoffe gegen das Corona-Virus innerhalb der Europäischen Union gemeinsam koordiniert wurde, um allen Mitgliedstaaten Zugang zu den Vakzinen zu gewährleisten. Doch für ein weltweites solidarisches Miteinander reichen die bisherigen Bemühungen, wie beispielsweise die COVAX Facility der WHO, nicht aus.

Dass bislang in nur zehn Ländern mehr als 90 Prozent der bisher verabreichten Impfungen durchgeführt wurden, während Milliarden Menschen in vielen anderen Staaten nahezu keinen Zugang erhalten, darf uns nicht gleichgültig lassen. Nicht als Christinnen und Christen, nicht als Gesellschaft.

Angesichts der weltweiten Infektionsraten müssen die in Europa entwickelten Vakzine weltweit zur Verfügung gestellt werden. Besonders schnell dort, wo wegen Armut und räumlicher Enge weder Abstands- noch Hygieneregeln eingehalten werden können.

Impfstoffe gegen tödliche Krankheiten sind ein Gemeinschaftsgut. Und ich ergänze meine Betrachtung vom vergangenen Jahr: Es schlägt die Stunde der Solidarität. Die weltweite Verteilung der zugelassenen Impfstoffe ist ein politischer Akt der Solidarität.

Autor: Marc Frings

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