Salzkörner

Freitag, 15. November 2019

schaut hin

Editorial

Es war eine spannende Debatte im Gemeinsamen Präsidium, als Ende Oktober das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages 2021 in Frankfurt beschlossen werden sollte. Vielen ging es darum, eine Kurzformel zu finden, die unsere Verantwortung als Christen in unserer Gesellschaft betont. Es wurde beraten, abgewogen und schließlich abgestimmt: „schaut hin“ lautet das schließlich einstimmig beschlossene Leitwort.

In den kommenden Monaten der Vorbereitung wird das Thema entfaltet werden. Wir schauen nicht weg, wir schauen in die große und kleine Welt, in der wir leben: auf die Sorgen und Ängste der Menschen, und wir werden mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen. Es geht um die großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen. Es geht um Sensibilität und Empathie: Mehr denn je fühlen sich viele Menschen in ihrer ganz persönlichen Situation unverstanden und alleingelassen. Deswegen muss es im Geiste des Evangeliums und im Sinne von Papst Franziskus ganz besonders darum gehen, Anwalt zu sein für die Armen, für die Bedrängten und für unsere Mitmenschen am Rande der Gesellschaft. Das passt natürlich auch zum Veranstaltungsort. Denn in Frankfurt zeigen sich gesellschaftliche und kirchliche Herausforderungen wie in einem Brennglas: Armut, Reichtum, Migration, Wohnungsnot, Mobilität, Finanz- und Wirtschaftsfragen, Ökologie, Digitalisierung und vieles mehr seien dort Themen, betonen die gastgebenden Kirchen. Das Leitwort passt aber auch zum Synodalen Weg, den wir in der katholischen Kirche in den nächsten beiden Jahren gehen.

Wer sich auf den vertieften Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen, auf die Gesellschaft und auf die Welt einlässt, lässt sich anrühren und ist bereit sich zu verändern. Er entdeckt auch, was es an Ressourcen, an Talenten und Fähigkeiten, an Initiativen und Gutem bereits gibt. In jedem Fall hat der 3. Ökumenische Kirchentag ein Leitwort, das erneut zur Zeitansage werden wird.

 

Autor: Dr. Stefan Vesper

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