Gesichter und Geschichten - November 2026
mit Anne Wunden
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(Foto: Projektpartner/Kindermissionswerk)
Menschen verändern die Welt. Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken kommen Sie zusammen – Christ*innen aus Leidenschaft, ehren- und hauptamtlich engagiert, zuhause in ganz verschiedenen Regionen Deutschlands. Wir stellen sie Ihnen vor. „Gesichter und Geschichten“ heute mit Anne Wunden, Geschäftsführerin des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ und Mitglied im ZdK.
Frau Wunden, welcher Moment in Ihrem Leben hat Sie jüngst ins Herz getroffen?
Das war vergangenen Herbst bei einer Dienstreise für das Kindermissionswerk in den Libanon. Ich habe dort eine Psychiatrie für Jugendliche und heranwachsende Männer mit Behinderungen besucht. Dabei erkannte mich ein Jugendlicher trotz seiner schweren geistigen Behinderung wieder. Ich hatte ihn vor vielen Jahren in den Semesterferien während meines Studiums in einem Sommercamp für Menschen mit Behinderungen im Libanon betreut. Dieser Moment hat mich tief berührt.
Warum engagieren Sie sich im kirchlichen Bereich?
Mein kirchliches Engagement hat meinen Lebensweg geprägt. Ich bin in einer katholischen Familie groß geworden, war Messdienerin und habe sogar im Grundschulalter darüber nachgedacht, Ordensschwester zu werden. Später habe ich mich in der Gemeinschaft junger Malteser im Libanon engagiert, Aktivitäten in der katholische Hochschulgemeinde organisiert und war beim Katholikentag und in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in verantwortungsvollen Positionen. All diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie vielfältig und wirkungsvoll kirchliches Engagement ist und dass man durch seine Arbeit etwas verbessern kann.
Was wollen Sie bewegen?
Wir müssen die wichtige Arbeit der Hilfswerke weiter stärken, unsere Partner weltweit nachhaltig unterstützen und sie in ihrem Tun bestärken. Dafür ist es wichtig, dass die Spenden verantwortungsvoll und wirksam eingesetzt werden – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Was macht Sie an Ihrer Arbeit glücklich?
Besonders glücklich macht mich das große Engagement so vieler Menschen, die sich gemeinsam für Kinder und deren Rechte weltweit einsetzen: die Sternsingerinnen und Sternsinger, unsere Mitarbeitenden und Projektpartner und die vielen Spenderinnen und Spender, die diese wichtige Arbeit erst möglich machen. Zu sehen, wie viel dadurch bewegt werden kann, motiviert mich sehr.
Woher kommt Unterstützung für Ihre Projekte?
Auf unterschiedlichen Wegen, zum Beispiel über Spenden, Stiftungen und Testamentsspenden. Und natürlich durch den großartigen Einsatz der vielen Mädchen und Jungen, die rund um den Jahreswechsel als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs sind und unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ Spenden für Gleichaltrige in aller Welt sammeln.
Wo machen Sie am liebsten Pause von der Arbeit?
Am liebsten verbringe ich die Zeit mit meiner Familie und meiner kleinen Tochter. Sie gibt aktuell bei uns den Takt vor und hilft mir, schnell von der Arbeit abschalten zu können. Auch Joggen oder ein gutes Buch helfen mir sehr, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken.
Die Kirche der Zukunft ist für Sie…
… eine Kirche, die sich stärker an den Bedürfnissen und Lebensrealitäten der Menschen orientiert und offen ist für notwendige Veränderungen. Und ich wünsche mir, dass Kirche ein Ort ist, an dem Kinder und Jugendliche eine starke Stimme haben, die gehört wird.
Anne Wunden, geboren 1979 in Unna, ist seit 2021 Geschäftsführerin des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘. Die Diplom-Organisationspädagogin mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft war vor ihrer jetzigen Tätigkeit Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Seit 2021 ist sie Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).
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