Gesichter und Geschichten

mit Raphael Röwekamp

Menschen verändern die Welt. Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken kommen sie zusammen – Christ*innen aus Leidenschaft, ehren- und hauptamtlich engagiert, zu Hause in ganz verschiedenen Regionen Deutschlands. Wir stellen Sie Ihnen vor. „Gesichter und Geschichten“ heute mit Raphael Röwekamp aus Münster, Mitglied im Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen und im ZdK.

Herr Röwekamp, welcher Moment in Ihrem Leben hat Sie jüngst ins Herz getroffen?  

Die volle Petrikirche in Münster – in der Mitte der Kirche ein Altar des Wortes und ein Altar des Brotes – Menschen verschiedener Konfessionen singen und beten – Die Kirchentüren stehen offen, die Sonne scheint herein, immer wieder kommen Menschen vorbei und bleiben stehen. Für mich ist das ein Bild von Kirche, das Kraft gibt: klar in der Sache, offen für alle, die verweilen wollen - die Teil werden möchten.

Warum engagieren Sie sich im kirchlichen Bereich? 

Glauben ist für mich mehr als in die Kirche zu gehen, Lernen mehr als die nächste Vorlesung zu besuchen und Leben ist mehr, als nur den Alltag zu bewältigen: Ich durfte und darf erleben, dass Hochschulgemeinden, das katholische Wohnheime und zahlreichen andere Orte an den Universitäten und Hochschulen Raum für gemeinsamen Glauben, Lernen und Leben schaffen. Hier kann Kirche partizipativ mitgestaltet werden, hier wird Glaube und Wissenschaft verbunden und hier wird Neues ausprobiert. Mich persönlich spricht das an, ich will Kirche an diesen Orten mitgestalten.

Was wollen Sie bewegen?

Mir liegt besonders die Teilhabe junger Menschen am Herzen – und das umfasst mehr, als ihre Meinung nur dann einzuholen, wenn es gerade passt. Dafür möchte ich  unter anderem die Bedeutung sog. kategorialer Seelsorge und non-formale Bildung stärken. Gerade dort werden insbesondere junge Menschen mit ihrer Lebensrealität (noch) erreicht und begleitet.

Außerdem bewegt mich die Klimakrise in und außerhalb der Kirche: Ich setze mich daher dafür ein, verbindliche Klimaziele in den deutschen Bistümern zu verankern.

Was macht Sie an Ihrer Arbeit glücklich?

Christsein heißt für mich gemeinsam mit vielen engagierten Menschen unterwegs zu sein, die Verantwortung für Kirche und Gesellschaft übernehmen, das motiviert mich und macht meistens glücklich.

Woher kommt Unterstützung für Ihre Projekte? 

Aus unseren zahlreichen Mitgliedsorganisationen, in denen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tag für Tag hervorragende Arbeit leisten. Etwa in der Sozialberatung für Menschen – insbesondere internationale Studierende –, die oft durch jedes Raster fallen. Oder in unseren Wohnheimen, in denen Menschen bezahlbaren Wohnraum und ein soziales Netz finden. Unterstützung kommt auch von vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren, denen wichtig ist, dass an der Hochschule Raum für Persönlichkeitsentwicklung und zum Leben des christlichen Glaubens ist.

Wo machen Sie am liebsten Pause von der Arbeit?

Wie sich das für mein Alter gehört, habe ich das Gravelbike für mich entdeckt und mache damit das Münsterland unsicher. Und wenn die Pause mal länger ist, dann geht es ab in die Berge zum Wandern.

Die Kirche der Zukunft ist für Sie…

…eine Kirche, die sozialethische Verantwortung übernimmt und dort präsent ist, wo junge Menschen ihr Leben gestalten – gerade auch an Hochschulen. Sie verbindet Glauben mit gesellschaftlicher Verantwortung und schafft Räume, in denen Fragen nach Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Zusammenhalt gemeinsam diskutiert werden können. Kirche der Zukunft heißt für mich: zuhören, beteiligen und Menschen in ihrer konkreten Lebensrealität begleiten – offen, glaubwürdig und nahbar.

Das heißt dann auch strukturell entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und mal mutig den nächsten Schritt zu wagen. 

Raphael Röwekamp, geboren 1997, ist studierter Theologe und schließt aktuell sein Zweitstudium der Politikwissenschaften in Münster/Westfalen ab. Im Ehrenamt vertritt er den Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen in der AGKOD und im ZdK. Er arbeitet als Persönlicher Referent der Direktion in der Katholischen Akademie Schwerte sowie im Sozialinstitut Kommende Dortmund.

Haben Sie Fragen?

Telefon: +49 (0) 30 166380-630
E-Mail: presse(at)zdk.de

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