Anerkennung und Stärkung der „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten“
Beschluss der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
Das ZdK erkennt die „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten“ in Deutschland ausdrücklich als integralen Bestandteil der katholischen Kirche in Deutschland an. Diese umfassen 16,7 % aller Katholiken in Deutschland. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Seelsorge, zur Integration und zur Bewahrung des Glaubens in der Vielfalt der Kulturen.
Klärung des kirchlichen Auftrags:
Das ZdK mit seinen Diözesanräten und Verbänden setzt sich dafür ein, den spezifischen Auftrag der „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten" – die religiöse Begleitung, kulturelle Identitätsbildung und Unterstützung von Migrant*innen – im Rahmen der deutschen Pastoral klar zu definieren und zu stärken.
Verortung im kirchlichen Leben:
Die Diözesanräte bemühen sich, „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten" stärker in die Pastoralpläne, Gremien und Entscheidungsstrukturen vor Ort einzubinden. Ihre Vertreter*innen sollen in den synodalen Prozessen und Gremien auf allen Ebenen angemessen beteiligt werden.
Zudem sollten die bereits existierenden Verbände der "Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten" in ihrer Struktur und ihren Prozessen angemessen berücksichtigt und integriert werden.
Zugleich appelliert das ZdK an die „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten", sich aktiv in das Gemeinde- und Verbändeleben aktiv einzubringen.
Perspektiven für die Zukunft der „Gemeinden anderer Muttersprache und Riten“ im ZdK:
Ein ZdK interner Gesprächsprozess zur inhaltlichen Verortung der „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten" und zur Repräsentanz des „Bundespastoralrat“ soll durchgeführt werden. Dazu setzt die ZdK Vollversammlung eine Ad hoc Arbeitsgruppe ein, die ihre Ergebnisse dem Hauptausschuss und bei der Herbstvollversammlung 2026 vorstellen soll. Zur Sicherstellung einer umfassenden und faktenbasierten Beratung wird der Gesprächsprozess die Möglichkeit vorsehen, externe Fachexperten als beratende Gäste einzuladen. Deren Expertise soll themenspezifisch hinzugezogen werden, um die Qualität der Entscheidungsfindung zu maximieren. Die Zusammensetzung der Ad hoc Arbeitsgruppe ist wie folgt geregelt:
- eine Vertretung der DR im ZdK
- eine Vertretung der AGKOD
- drei Vertreter*innen des BPR im ZdK
Die namentliche Besetzung erfolgt durch des ZdK Hauptausschuss.
„Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten" sind Orte lebendigen Glaubens, der kulturellen Vielfalt und der Integration. Angesichts gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen ist es notwendig, ihren Auftrag und ihre Rolle neu zu reflektieren und abzusichern. Eine Kirche, die Vielfalt lebt, wird ihrem universalen Anspruch gerecht und stärkt das Miteinander aller Gläubigen.
Beschluss Anerkennung und Stärkung der „Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten“ als PDF