Gemeinsam für Gerechtigkeit

Eine christlich-muslimische Erklärung des ZdK

Kernaussagen

In einer Zeit wachsender sozialer Ungleichheit und Polarisierungen, globaler Krisen und ökologischer Bedrohungen wird Gerechtigkeit zu einer Schlüsselfrage unseres Zusammenlebens. Wir als Christ*innen und Muslim*innen haben eine gemeinsame Vision: Gerechtigkeit, die auf der Würde aller Menschen gründet, soziale Teilhabe fördert und der Macht des Stärkeren eine Ethik der Verantwortung, Barmherzigkeit und Solidarität entgegensetzt. 

Diese Erklärung entfaltet christliche und islamische Perspektiven auf soziale Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsverantwortung. Sie benennt aktuelle Herausforderungen und formuliert gemeinsame Handlungsimpulse. So entsteht ein interreligiöser Beitrag zur Gestaltung einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft – lokal wie global. Drei zentrale Botschaften unserer Erklärung:

1. Gerechtigkeit ist ein gemeinsames religiöses Anliegen in Christentum und Islam 

Christentum und Islam verstehen den Menschen als Geschöpf Gottes mit unveräußerlicher Würde und Verantwortung für die Welt. Gerechtigkeit ist Ausdruck göttlicher Barmherzigkeit und Maßstab menschlichen Handelns – sie zeigt sich in der Zuwendung zu den Schwachen, im Einsatz für Ausgleich und im Schutz der Schöpfung. 

2. Gerechtigkeit verlangt gemeinsame Verantwortung – in sozialer, friedensethischer und ökologischer Perspektive 

Christ*innen und Muslim*innen sind herausgefordert, gemeinsam auf soziale Ungleichheit, Gewalt und Umweltzerstörung zu reagieren. Die Erklärung benennt konkrete Handlungsfelder: Einsatz gegen Armut, für Chancengerechtigkeit, für den Frieden und für Klimaschutz – getragen von religiöser Motivation und interreligiöser Kooperation. 

3. Gerechtigkeit ist ein gemeinsamer Prozess Gerechtigkeit ist nicht nur ein politisches oder soziales Anliegen, sondern tief in den religiösen Traditionen von Christentum und Islam verwurzelt. Sie verbindet Gebet und Engagement, Theologie und Praxis, Hoffnung und Verantwortung. Sie ist als gemeinsamer Weg zu verstehen, der im Dialog beginnt und in konkretem Handeln Gestalt annimmt. Interreligiöse Zusammenarbeit kann Vertrauen stärken, Polarisierungen überwinden und neue Wege für ein gerechtes Miteinander eröffnen – lokal wie global.

Anlass und Grundlegung dieser Erklärung

In einer Zeit wachsender sozialer Ungleichheit, globaler Krisen und ökologischer Bedrohungen ist Gerechtigkeit eine Schlüsselfrage unseres Zusammenlebens. Die Folgen von Armut, fehlender Teilhabe und Ausgrenzung bestimmen auch bei uns in Deutschland das Alltagsleben und Überleben von immer mehr Menschen. Der grundlegende Schutz von Klima und Ressourcen gerät vor allem angesichts akuter Kriege und Konflikte vielfach in den politischen Hintergrund. Extreme und populistische politische Kräfte, die vorgeben, „im Namen des Volkes“ für Gerechtigkeit zu kämpfen, spalten Gesellschaften, grenzen aus und untergraben demokratische Prinzipien. Als Christ*innen und Muslim*innen treten wir dem mit einer gemeinsamen Vision entgegen: Gerechtigkeit, die auf der Würde aller Menschen gründet, soziale Teilhabe fördert und der Macht des Stärkeren eine Ethik der Verantwortung, Barmherzigkeit und Solidarität entgegensetzt.

Diese Erklärung bezieht sich auf ein theologisches Grundanliegen von Islam und Christentum: Gerechte Verhältnisse (1). Diese hier und heute zu verwirklichen ist mit Blick auf die soziale Gerechtigkeit (2), die Friedensverantwortung (3) und die Schöpfungsgerechtigkeit (4) unser gemeinsames Anliegen. Dabei werden christliche und islamische Perspektiven vorgestellt. Außerdem wird gezeigt, welche gemeinsamen Schritte gegangen werden können, um eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft zu fördern.

Der Gesprächskreis Christen und Muslime beim ZdK hat 2012 die programmatische Erklärung „Christen und Muslime – Partner in der pluralistischen Gesellschaft” veröffentlicht und darin eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen vorgelegt. Die darin festgehaltenen, grundlegenden Positionen haben die Zusammenarbeit im Gesprächskreis in den darauffolgenden Jahren geprägt und werden in den seitdem veröffentlichten Erklärungen „Keine Gewalt im Namen Gottes. Christen und Muslime als Anwälte für den Frieden“ (2016) und „Nein zu Hass und Hetze – Christen und Muslime gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit“ (2020) konkretisiert und fortgeschrieben.

Der gemeinsame Bezugspunkt im Menschenbild bleibt entsprechend der früheren Erklärung Ausgangspunkt unserer Auseinandersetzung mit Fragen der Gerechtigkeit:

„Muslime und Christen verstehen den Menschen als Got tes Geschöpf, der sein Leben Gott verdankt und zu ihm zurückkehren wird. Alle Menschen, Männer wie Frauen, sind auf Gott ausgerichtet und besitzen eine unveräußer liche Würde. Als Stellvertreter Gottes (arab. ḫalīfat Allah) bzw. Ebenbild Gottes kommt ihnen die Verantwortung für die Welt (Gen 1,27; Koran 2:301) und für andere Menschen zu. Sie tragen Sorge für ihre Beziehung zu allen anderen Lebewesen und zur Erde, die sie schützen und bewahren sollen. Hierin dienen sie Gott, der sie als freie Wesen ge schaffen hat: Die Menschen vermögen zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sie können das Gebotene erken nen und entsprechend handeln. Dennoch sind sie immer wieder mit ihrem Scheitern, ihren Grenzen und dem Bösen konfrontiert. Um das Fehlgehen zu überwinden, bedürfen sie als Einzelne und als Gemeinschaft der Weisung Gottes. Sie sind auf seine Rechtleitung bzw. Erlösung und auf sein Wort verwiesen. 

Gott ist den Menschen nahe und kann von ihnen im Gebet angerufen werden (Mt 7,7-8; Koran 2:1862). Dies erfahren gläubige Menschen als für ihre Existenz und das Miteinan der wesentlich: Christen glauben daran, dass Gott selbst sich den Menschen in Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi offenbart hat und finden hierin grundlegende Orien tierung. Muslime folgen dem Koran, den sie als unmittelba re Kundgabe Gottes bekennen und nach dem sie ihr Leben auszurichten suchen.

In seiner Freiheit, bedingt durch jeweilige Lebenskontex te, gelangt der Mensch zu unterschiedlichen Weltdeutun gen und baut unterschiedliche Sozialgebilde auf. Die Aner kennung der menschlichen Freiheit und insbesondere der Religionsfreiheit gehört zu den unverzichtbaren Vorausset zungen für das gelingende Zusammenleben und für den interreligiösen Dialog.“3 

Gemeinsames Engagement für soziale und ökologische Gerechtig keit stärkt die interreligiöse Zusammenarbeit, baut gegenseitiges Vertrauen auf und Vorurteile gegenüber religiösen Minderheiten ab. Durch die Zusammenarbeit können Lösungsansätze für lokale Konflikte entwickelt werden.

1 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. (Gen 1,27) – Und als dein Schöpfer und Erhalter zu den Engeln sprach: „Ich werde auf der Erde einen Statthalter einsetzen.“ Sie sagten: „Willst Du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, während wir dein Lob singen und deine Heiligkeit rühmen?“ Er sprach: „Ich weiß, was ihr nicht wisst.“ (Koran 2:30) 
2 Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Mt 7,7-8) – Wenn dich meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nah, und Ich erhöre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich anruft. Sie sollen nun auf Mich hören, und sie sollen an Mich glauben, auf dass sie einen rechten Wandel zeigen. (Koran 2:186) 
3 Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Christen und Muslime – Partner in der pluralistischen Gesellschaft. Eine gemeinsame Auseinandersetzung mit gesamtgesellschaftlichen Fragen, hg. vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Bonn 2012, S. 7.

Gerechtigkeit in der christlichen Tradition

In der alttestamentlichen Überlieferung nimmt die Gerechtigkeit (hebr. zedaqa) eine zentrale Rolle ein und wird immer wieder als fundamentale Handlungsmaxime betont. Dabei zeigt sich ein tiefgreifendes Verständnis von Gerechtigkeit, das weit über bloße Rechtschaffenheit hinausgeht. Die Gerechtigkeit Gottes wird als Urgrund und Maßstab für das menschliche Handeln dargestellt: Gott selbst handelt gerecht (z.B. Ps 111,2-8), setzt sich für die Gerechten ein, richtet mit Gerechtigkeit (z.B. Ps 72,2) und wird für seine Gerechtigkeit gepriesen (z.B. Ps 71,16). Diese göttliche Gerechtigkeit manifestiert sich besonders in der Zuwendung zu den Schwachen und Benachteiligten und wird zum Vorbild für menschliches Handeln. Gerechtigkeit erscheint dabei als Grundpfeiler des sozialen Zusammenlebens (vgl. Ez 18,5-27) und ist biblisch stets eng mit der Geschichte des Volkes Israel und der Befolgung der Tora verbunden. Die alttestamentlichen Weisheitsschriften betonen, dass ein Leben nach den göttlichen Weisungen zu einem erfüllten Dasein führt (z.B. Ps 1). Wie es in Psalm 85,11 heißt: „Gerechtigkeit und Frieden küssen sich“ – ein Bild, das die untrennbare Verbindung von Gerechtigkeit und Schalom als Inbegriff gelingenden Lebens ausdrückt. Im Zentrum der Verkündigung Jesu steht die Botschaft vom „Reich Gottes” als Verwirklichung und Vision von Gerechtigkeit. Diese Botschaft knüpft unmittelbar an die prophetische Tradition des Alten Testaments an, indem sie die besondere Zuwendung zu den Armen und Ausgegrenzten betont. Paradigmatisch wird dies in der Rede vom Weltgericht (Mt 25,31-46), wo die Werke der Barmherzigkeit zum entscheidenden Kriterium werden: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Die frühe Kirche sieht in Jesus selbst den gerechten Richter (Apg 17,31), der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in seiner Person vereint. Darin zeigt sich ein Spezifikum der biblischen Tradition: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit werden nicht als Gegensätze verstanden, sondern als zwei Seiten von Gottes universalem Heilswillen.

Die biblischen Sichtweisen prägen auch die kirchliche Sozialverkündigung – die hierbei allerdings auch auf vielfältige interne Vermittlungsschwierigkeiten und andere Widerstände stößt, vor allem gegenüber neoliberalen und nichtegalitären Konzeptionen von Gerechtigkeit. Aus der Gottebenbildlichkeit aller Menschen folgt ihre gleiche Würde und daraus ihre gleichen Rechte. Die gegenwärtige theologische Ethik reflektiert kritisch, inwiefern die starke schöpfungstheologische Zentrierung des Menschen mitverantwortlich ist für die multiplen Miseren der Gegenwart. Gleichzeitig macht sie Motive stark, diese zu überschreiten auf eine Ethik der Mitwelt und universale Solidarität – Schwerpunkte auch des kirchlichen Einsatzes für die Nöte der Schwächsten der Gesellschaft und für eine gerechte Weltordnung.

Letztere soll auf den Prinzipien der Solidarität und Subsidiarität aufbauen und am internationalen Recht orientierte Institutionen fördern und anvisieren. In den jüngeren Sozialenzykliken „Laudato Si“(2015) und „Fratelli Tutti“ (2020) wird diese Perspektive konsequent auf die aktuellen globalen Herausforderungen angewandt.4 Diese Verpflichtung findet seit den 1980er Jahren einen besonderen Ausdruck im ökumenischen Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, der heute besonders in der Debatte um Klimagerechtigkeit neue Aktualität gewinnt. 

Gerechtigkeit in der islamischen Tradition

Der Islam versteht Gerechtigkeit als fundamentales Prinzip göttlichen Handelns und als zentrale ethische Maxime für die Gestaltung menschlicher Beziehungen. Die Gerechtigkeit Gottes wird als vollkommen verstanden (Koran 3:108) und verwirklicht sich endgültig im Jenseits, wo jede gute und schlechte Tat ihre gerechte „Folge“ findet (Koran 40:16-17). Die göttliche Gerechtigkeit prägt zugleich die Ordnung des Diesseits. Als einer der „schönsten Namen“ Gottes ist der Gerechte (arab. al-ʿadl) untrennbar mit dem göttlichen Wesen verbunden. Eine maßgebliche prophetische Überlieferung (arab. ḥadīṯ qudsī) betont, dass Gott sich selbst die Ungerechtigkeit verboten und den Menschen auferlegt hat, Gerechtigkeit untereinander zu üben (Riyāḍ al-Ṣāliḥīn, Hadith 111).

Von den Gläubigen (arab. muʾminūn) wird ein aktives Eintreten für Gerechtigkeit gefordert (Koran 5:8), ohne Ansehen der Person und selbst gegen eigene Interessen oder familiäre Bindungen (Koran 4:135). Dabei wird Gerechtigkeit stets in Verbindung mit Barmherzigkeit (arab. raḥma) gedacht – beide gelten als untrennbare göttliche Eigenschaften, die auch menschliches Handeln leiten sollen. Diese Verpflichtung manifestiert sich besonders im Umgang mit Schwächeren, etwa Waisen (Koran 2:220; 93:9), sowie in der gerechten Verteilung materieller Ressourcen durch „religiöse Verpflichtungen“ wie „zakāt“ – eine Art Sozialsteuer – und freiwillige Spenden (arab. ṣadaqa). Gerechtigkeit wird als Grundlage gesellschaftlicher Ordnung (arab. niẓām) verstanden und mit dem sozialen Handeln der Gläubigen und gesellschaftlicher Fürsorge gleichgesetzt (Koran 2:177; 9:60; 76:8-9). Sie beugt Gewalt und schädlichem Verhalten vor (Koran 16:90) und steht in engem Zusammenhang mit der Gottesfürchtigkeit (arab. taqwā) (Koran 5:8). In der Wahrnehmung seiner Rolle als Stellvertreter Gottes auf Erden (arab. ḫalīfat fī l-arḍ) ist der Mensch aufgerufen, durch gerechtes Handeln zur Verwirklichung der göttlichen Ordnung beizutragen.

4 Der katholische Sozialethiker Dietmar Mieth betont in diesem Zusammenhang, dass die Menschenwürde als unteilbare Grundlage christlicher Ethik nicht nur individuell, sondern auch strukturell zu denken ist – als Maßstab für gesellschaftliche Ordnungen, die Gerechtigkeit, Teilhabe und Schutz der Schwächsten ermöglichen. Vgl. Dietmar Mieth: Die ungeteilte Menschenwürde. Christliche Bioethik im gesellschaftlichen Diskurs, in: Walter Schweidler / Thomas S. Hoffmann (Hg.): Normkultur versus Nutzenkultur. Über kulturelle Kontexte von Bioethik und Biorecht, Berlin/New York 2006, S. 57–82.

Die zeitgenössische islamische Theologie entwickelt daraus eine Kritik an aktuellen Formen der Ungerechtigkeit: gegen wirtschaftliche Ausbeutung durch Spekulation und Wucher, geschlechtsbezogene Diskriminierung und eine ungleiche Verteilung von Ressourcen. Die Verantwortung für soziale Gerechtigkeit ist hierbei vor allem die Pflicht der Einzelnen, aber auch die der ganzen Gemeinschaft.

Christliche wie auch muslimische Gemeinschaften setzen sich vielerorts – auch in weitergefassten Zusammenschlüssen – sehr konkret für eine gerechte Gesellschaft ein. Im Bereich religiöser Bildung, durch gemeinsame Aktionen, Projekte oder (Spenden-) Aufrufe wird Sensibilisierungsarbeit gegen vielfältige Formen der Ausgrenzung geleistet und so das Engagement von Einzelnen gestärkt. Exemplarisch benannt seien hier die zahlreichen bundesweiten wie lokalen Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus, die junge Initiative Coexister Germany e.V., die sich explizit an Jugendliche und Junge Erwachsene richtet, oder Hunderte von Initiativen im Rahmen des Projekts „Weißt du, wer ich bin?“.5

5 Vgl. zu Internationalen Wochen gegen Rassismus: stiftung-gegen-rassismus.de/iwgr; zu Coexister Germany e.V.: www.coexister.de; zum Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ www.weisstduwerichbin.de/startseite

Soziale Gerechtigkeit

Warum ist das Thema wichtig?

Christ*innen und Muslim*innen sind durch die normativen Vorgaben ihrer Religionen herausgefordert, sich für eine gerechte Ordnung des menschlichen Zusammenlebens einzusetzen.1 Als prophetische Religionen sehen beide Religionen eine positive Weltgestaltung als Auftrag, was sie zu politischer Positionierung verpflichtet. 

Die Übernahme sozialer Verantwortung ist – immer auch als gemeinsamer Einsatz von christlichen und muslimischen Gläubigen – dringlich gefordert. Unser Ideal eines gerechten Lebens für alle umfasst das Bemühen um Frieden und Nachhaltigkeit in einer zunehmend gespaltenen Welt. 

Schon in Bibel und Koran ist Gerechtigkeit nicht nur eine göttliche Zusage, sondern eine aktive Aufgabe aller Menschen. Die beiden Schriften rufen dazu auf, gerecht zu handeln und als Gemeinschaften für das Wohl und die Würde aller Menschen einzutreten. Denn Gerechtigkeit – individuell wie sozial – erweist sich im Tun: Die Hinwendung zum „Nächsten“, zu Menschen in Not, unabhängig von ihrer religiösen oder nationalen Zugehörigkeit, ist von zentraler Bedeutung. Diese am Menschen und menschlichen Grundbedürfnissen orientierte Perspektive steht im Gegensatz zu gesellschaftlichen Diskriminierungen, Abwertungen und entsprechenden Ideologien. 

Gemeinsame Herausforderungen und Handlungsimpulse

Als Religionsgemeinschaften haben Christ*innen und Muslim*innen die Aufgabe und Möglichkeit, auf soziale und globale Missstände aufmerksam zu machen und aktiv gegen sie zu wirken. Zusammen gilt es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Teilhabe und die Demokratie zu stärken. Das schließt auch Anstrengungen innerhalb der jeweiligen Religionsgemeinschaften ein. Darüber hinaus sind neue christlich-muslimische Bündnisse ebenso gefragt wie religions- und weltanschauungsumspannende Kooperationen. Ein Beispiel auf Bundesebene ist das Bündnis „Zusammen für Demokratie“, dem christliche wie muslimische Initiativen angehören.2

Zentral sind folgende Handlungsfelder:

Einsatz gegen Armut: Muslimische und christliche Gläubige arbeiten daran mit, Armut zu lindern und zu verhindern. Dazu gehören neben politischen Forderungen im Feld der Sozialpolitik auch konkrete Hilfsangebote durch religiöse Institutionen/ Organisationen, etwa durch Nothilfe und Beratung. 

Einsatz für mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit: Alle Menschen sollen unabhängig von Herkunft und sozialem Status die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Fähigkeiten zu entfalten – insbesondere in Bildung und Arbeitsmarkt. Interreligiöse Bündnisse und politisches Engagement, das Ressourcen aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Herkunftsländern einbezieht, können hierzu entscheidend beitragen. 

Einsatz für Minderheiten: Der wahre Wert religiöser Praxis zeigt sich im Einsatz für die Rechte und Teilhabe von Minderheiten. Christ*innen und Muslim*innen sind aufgerufen, sich gemeinsam gegen Diskriminierung und für Gleichbehandlung einzusetzen, insbesondere gegen den neu erstarkten antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Stattdessen sind Repräsentanz, Teilhabe, Diversität und Anerkennung zu fördern. 

Einsatz für ein friedliches Miteinander: Der Einsatz für ein friedliches Miteinander ist eine religiöse Kernaufgabe. Sie zeigt sich in Initiativen zur Konfliktprävention, gemeinsamer Bildungsarbeit oder der Unterstützung von Geflüchteten. Dabei sind Einzelpersonen, Institutionen und Religionsgemeinschaften aufgerufen, sich aktiv zu engagieren. 

Einsatz für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainability Goals; kurz: SDGs): Die 17 globalen Ziele zur Bekämpfung von Armut, Hunger, Ungleichheit und Umweltzerstörung sind auch religiöse Verpflichtung. Viele Christ*innen und Muslim*innen engagieren sich durch konkrete Gemeindeprojekte, durch Bildungsarbeit und durch die Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Akteur*innen.

Beispiele sind Wohltätigkeitsprojekte wie Suppenküchen, Tafeln, die Verteilung von Opfertierfleisch und Spendenaktionen für Entwicklungsprojekte, bspw. zur Erschließung von Wasserbrunnen oder für Schul- und Krankenhausprojekte in benachteiligten Regionen der Erde.

1 Vgl. dazu die päpstlichen Sozialenzykliken, wie zuletzt „Laudato Si“ (2015) und „Fratelli Tutti“ (2020), die EKD-Denkschriften wie „Gerechte Teilhabe“ (2006) und „Umkehr zum Leben“ (2009). Von muslimischer Seite zu nennen sind die „Islamische Charta“ des Zentralrats der Muslime (2002) und Stellungnahmen des Koordinationsrats der Muslime, bspw. den Aufruf zu interreligiösen Kooperationen zusammen mit der EKD, „Armut gemeinsam (zu) begegnen“; auch die ökumenische Sozialinitiative „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ (2014). International bedeutsam ist die „Erklärung von Abu Dhabi über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ (2019). Zu theologischen Fundierungen des Einsatzes für Gerechtigkeit siehe auch: Christian Ströbele, Anja Middelbeck-Varwick, Amir Dziri, Muna Tatari (Hg.): Armut und Gerechtigkeit. Christliche und islamische Perspektiven (Theologisches Forum Christentum – Islam), Regensburg 2016.

2 Vgl. Zusammen für Demokratie: zusammen-fuer-demokratie.de/ueber-uns/.

Einsatz für künftige Lebensverhältnisse: Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung sind zentral, damit auch künftige Generationen in einer lebenswerten Welt aufwachsen können. Daher sollte das eigene Handeln konkrete Maßnahmen umfassen, um die Lebensqualität künftiger Generationen zu sichern, Natur und Klima zu schützen und soziale Gerechtigkeit, Frieden sowie das geistige und kulturelle Erbe nachhaltig zu bewahren.

Gebet für soziale Gerechtigkeit

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, 
dass ich liebe, wo man hasst; 
dass ich verzeihe, wo man beleidigt; 
dass ich verbinde, wo Streit ist; 
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; 
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; 
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; 
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; 
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe; 
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt; 
wer sich selbst vergisst, der findet; 
wer verzeiht, dem wird verziehen; 
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

(Christliches Friedensgebet, Franz von Assisi zugeschrieben)

Frieden und Friedensverantwortung

Warum ist das Thema wichtig?

Die Welt des 21. Jahrhunderts ist geprägt von komplexen Konflikten und Kriegen, deren Auswirkungen weit über die unmittelbaren Kriegsgebiete hinausreichen. Diese Konflikte bedrohen nicht nur das Leben zahlreicher Menschen unmittelbar, sondern gefährden auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ländern, die nicht direkt betroffen sind. Frieden bedeutet in dieser globalen Wirklichkeit mehr als die bloße Abwesenheit von Gewalt – er erfordert aktive Gestaltung und beständige Pflege auf allen gesellschaftlichen Ebenen.1 

Bedrohungen des Friedens fordern religiöse Gemeinschaften in besonderer Weise heraus: Einerseits werden religiöse Überzeugungen und heilige Texte immer wieder zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht. Andererseits verfügen Religionen über ein bedeutendes Friedenspotenzial, das sich aus der jahrhundertelangen spirituellen Erfahrung im Umgang mit menschlichen Konflikten speist. Dies gilt auch für das Christentum und den Islam, deren Friedensverständnis weit über die eigenen Gemeinschaften hinausreicht. 

Beide Religionen verfügen über differenzierte Friedenskonzepte, die persönliche, soziale und spirituelle Dimensionen vereinen. Die Quellen beider Religionen enthalten nicht nur zahlreiche Aufforderungen zum friedlichen Zusammenleben, sondern verknüpfen Frieden untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit und der Würde aller Menschen. Nach dem Willen Jesu wie auch Muhammads soll dieser Friede keine exklusive Angelegenheit der eigenen Religionsgemeinschaft sein, sondern alle Menschen einschließen und zum Wohl der gesamten Menschheit und Schöpfung wirken. 

1 Vgl. dazu aus katholischer Perspektive auch „Friede diesem Haus“. Friedenswort der deutschen Bischöfe, hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2024

Gerechter Frieden in der Bibel 

In der hebräischen Bibel beschreibt „Schalom“ einen Zustand umfassenden Wohlergehens, in dem „Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“ (Ps 85,11). Diese untrennbare Verbindung von Frieden und Gerechtigkeit zieht sich durch viele biblische Texte: Die Berge sollen Frieden tragen und die Hügel Gerechtigkeit (Ps 72,3), Gerechtigkeit schafft Frieden und ihr Ertrag ist ewige Stille und Sicherheit (Jes 32,17). Diese Vision findet ihren besonderen Ausdruck in den prophetischen Texten: Jesaja beschreibt eine Zukunft, in der „Schwerter zu Pflugscharen“ werden (Jes 2,4) und selbst die Natur vom Frieden durchdrungen ist – wenn „der Wolf beim Lamm wohnt“ (Jes 11,6). Für die Propheten bleiben solche Friedensvisionen keine bloße Utopie, sondern begründen konkrete Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit (bspw. Mi 4,4).

Diese prophetische Tradition bildet den Nährboden für die Verkündigung Jesu, der sie aufgreift und weiterführt. In der Bergpredigt lehrt Jesus: „Glückselig sind die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Matthäus 5,9). Seine Seligpreisung der Friedensstifter (Mt 5,9) steht im Kontext der Feindesliebe und des Gewaltverzichts (Mt 5,38-48). Frieden wird hier nicht als passiver Zustand, sondern als aktive Aufgabe verstanden und mit der Gerechtigkeit eng verbunden (Röm 14,17; Jak 3,18). Die frühe Kirche entwickelt diesen Ansatz weiter: Paulus ermahnt die Gemeinden, „wenn möglich, soviel an euch liegt, mit allen Menschen Frieden zu haben“ (Röm 12,18) und beschreibt Christus selbst als denjenigen, „der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war“ (Eph 2,14). Dieses biblische Friedensverständnis verbindet persönliche Spiritualität mit sozialem Engagement und globaler Verantwortung. Es fordert nicht nur individuellen Gewaltverzicht, sondern zielt auf eine umfassende Transformation der Gesellschaft, in der Gerechtigkeit und Frieden sich gegenseitig bedingen und stärken.

Gerechter Frieden in Koran und Prophetentradition

Ebenso ist das Streben nach Frieden tief in den religiösen Texten des Islam verankert. Das arabische Wort „salām“ hat dieselbe sprachliche Wurzel wie das Wort „Islam“. Schon im Namen der Religion der Muslime wird somit der Frieden impliziert. Darüber hinaus ist einer der Namen Gottes „as-Salām“ – der Friedensstiftende. Der Koran beschreibt Gott als denjenigen, der „zum Haus des Friedens einlädt“ (Koran 10:25) und den Frieden als universelles Ziel menschlichen Zusammenlebens etabliert. Dies wird besonders deutlich in der Vision einer friedlichen Vielfalt der Menschheit: „O ihr Menschen! Wir haben euch aus einem Mann und einer Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt“ (Koran 49:13). Dieser Vers erinnert an den einen gemeinsamen Ursprung aller Menschen und damit die Leitidee einer universellen Menschheit. Die Vielfalt gründet daher in Einheit – so dass über ethnische, kulturelle und religiöse Grenzen hinaus zum gegenseitigen Kennenlernen aufgerufen wird – und nicht etwa zur Feindschaft oder zum Krieg. Wo der Koran zum „Wetteifern“ aufruft, geht es nicht um Macht und Überlegenheit, sondern um das Wetteifern im Tun guter Werke (Koran 5:48).

Die friedensstiftende und friedensbewahrende Grundhaltung äußert sich im Koran in konkreten Handlungsanweisungen für Konfliktsituationen: „Wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu“ (Koran 8:61). Besonders bemerkenswert ist die Aufforderung, selbst auf Feindseligkeit mit Güte zu reagieren: „Die gute Tat und die schlechte Tat sind nicht gleich. Wehre ab mit dem, was besser ist, und siehe da: der, zwischen dem und dir Feindschaft war, wird wie ein warmherziger Freund sein“ (Koran 41:34).

Auch in den Überlieferungen von Muhammads Reden und Wirken wird die Bedeutung des Friedens deutlich. In einem bekannten Hadith sagt der Prophet: „Der Muslim ist derjenige, vor dessen Hand und Zunge alle Menschen sicher sind. Und der Gläubige ist derjenige, vor dem Leben und Besitz aller Menschen in Sicherheit sind“ (Sunan al-Nasāʾī, Kapitel 47, Hadith 11) Friedfertigkeit ist demnach ein zentrales Merkmal authentischer Religiosität. Das unterstreicht die universelle Dimension islamischen Friedensverständnisses – es gilt nicht nur den Glaubensgeschwistern gegenüber, sondern allen Menschen.

Wie im biblischen „Schalom“ ist auch das islamische Friedensverständnis untrennbar mit Gerechtigkeit verbunden. Der Koran betont wiederholt die Bedeutung von „ʿadl“ (Gerechtigkeit) und „qisṭ“ (Ausgleich) als Grundlagen eines dauerhaften Friedens: „O die ihr glaubt, seid standhaft in der Wahrung der Gerechtigkeit“ (Koran 4:135). Diese Verbindung wird besonders in der sozialen Dimension deutlich, wo Frieden eng mit der Sorge für Bedürftige und dem Einsatz für eine gerechte Gesellschaftsordnung verknüpft wird. 

Gemeinsame Herausforderungen und Handlungsimpulse 

Eine der großen Herausforderungen, vor denen sowohl Christ*innen als auch Muslim*innen stehen, ist der Missbrauch ihrer Heiligen Schriften und der unkritische Bezug auf exklusive, abgrenzende Traditionen der Religionsgeschichte zur Rechtfertigung von Gewalt und Kriegen.2 Immer wieder werden einzelne Textstellen aus dem Koran oder der Bibel aus ihrem Kontext gerissen und zur nterstützung gewalttätiger Ideologien verwendet. Dies steht im direkten Widerspruch zum Friedensverständnis beider Traditionen: Sowohl die biblischen als auch die koranischen Texte machen deutlich, dass Frieden nicht nur ein Zustand zwischen einzelnen Gruppen, sondern ein universeller Auftrag ist, der alle Menschen einschließt. Unterstützung gewalttätiger Ideologien verwendet. Dies steht im direkten Widerspruch zum Friedensverständnis beider Traditionen: Sowohl die biblischen als auch die koranischen Texte machen deutlich, dass Frieden nicht nur ein Zustand zwischen einzelnen Gruppen, sondern ein universeller Auftrag ist, der alle Menschen einschließt.

Die Verwirklichung von Frieden erfordert Gerechtigkeit – in allen Dimensionen menschlichen Handelns. Daher ist auch das Recht auf Selbstverteidigung zu beachten, sofern diese den Schutz des individuellen wie gemeinschaftlichen Lebens anvisiert. Während individuelle Friedfertigkeit den Anfang markiert, müssen gesellschaftliche Strukturen diese tragen und politische Systeme sie institutionell absichern. Angesichts weltweiter Konflikte ist diese Verbindung von Frieden und Gerechtigkeit keine fromme Option, sondern zwingende Notwendigkeit. Sie fordert Christ*innen und Muslim*innen gleichermaßen heraus: vom persönlichen Engagement über institutionelles Handeln bis zur politischen Gestaltung. Nur wo Gerechtigkeit alle Ebenen durchdringt, kann Frieden dauerhaft wachsen. 

Die Zusammenarbeit von Christ*innen und Muslim*innen für den Frieden ist in einer Welt wachsender Konflikte nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Beide Religionen tragen in ihrem Kern eine starke Mahnung zu Frieden und ein Plädoyer zur Versöhnung (z.B. Koran 41:34 und Eph 4,32).

In der Praxis entfalten solche spirituellen Ressourcen ihre gesellschaftsverändernde Kraft allerdings erst durch wirksame Umsetzungen. Friedenspädagogik beispielsweise umfasst mehrere Ebenen: Im Lernen über Frieden werden friedensstiftende Motive erschlossen, im Lernen für Frieden entwickeln Menschen konkrete Dialog- und Versöhnungskompetenzen, im Lernen durch Frieden machen sie praktische Friedenserfahrungen.3 Besondere Bedeutung haben dabei die Förderung von Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Friedensbildung setzt auf verschiedenen Ebenen an, die sich wie konzentrische Kreise von innen nach außen entwickeln: vom Frieden mit sich selbst als persönlichkeitsbildender Basis über die Friedensfähigkeit im persönlichen Umfeld und das strukturelle Verstehen von Frieden im globalen Kontext bis hin zum Frieden mit der Umwelt im ökologischen Sinn.

Die unterschiedlichen Dimensionen von Friedensarbeit stehen nicht nebeneinander, sondern können sich verstärken, indem sie ineinandergreifen: Auf persönlicher Ebene können Begegnungsräume entstehen, in denen Menschen Unterschiede respektieren und Gemeinsamkeiten entdecken lernen. Auch multireligiöse Friedensgebete und spirituelle Zusammenkünfte können Ausdruck gemeinsamer Solidarität und Hoffnung mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen sein. Auf struktureller Ebene braucht es systematische Kooperation in Zivilgesellschaft, Bildung und Sozialarbeit. Bewährte Formate sind z.B. interreligiöse Jugendprojekte, gemeinsame Bildungsinitiativen und der Aufbau von Mediationsteams.

Wirksame interreligiöse Friedensarbeit kann davon profitieren, wenn sie lokal verankert und von den Gemeinden selbst getragen wird, wenn sie langfristige Perspektiven hat und wenn Dialog und konkrete Zusammenarbeit verbunden werden. Vielversprechende Ansätze verbinden daher verschiedene Ebenen: Beispielsweise kann gemeinsame Sozialarbeit in Stadtteilen praktische Kooperation mit interreligiösem Lernen verknüpfen; Bildungsprojekte können religiöse Friedensressourcen mit Konfliktlösungskompetenzen verbinden; lokale Mediationsteams aus beiden Religionen können durch gemeinsames Handeln Vertrauen fördern. Für die Umsetzung solcher Initiativen sind sowohl die Qualifizierung der Akteur*innen als auch die Einbindung in Strukturen und Netzwerke wichtig, die die Wirksamkeit verstärken. Spannende Initiativen finden sich beispielsweise beim Projekt „Weißt du wer ich bin?“4

Gebet für den Frieden

Oh Gott, 
Du bist Friede, 
und von Dir kommt Friede, 
und zu Dir kehrt Friede zurück, 
Lass uns in Frieden leben,
Gesegnet seiest Du, der Besitzer der Herrlichkeit und der Ehre. 
Segne uns mit Deinem Frieden 
und lass uns zu Menschen werden, 
die in Frieden leben und Frieden auf Erden verbreiten.

(Muslimisches Friedensgebet inspiriert durch eine prophetische Überlieferung)

2 Vgl. Erklärung: „Keine Gewalt im Namen Gottes“.
3 Vgl. Norbert Frieters-Reermann: Frieden lernen. Friedens- und Konfliktpädagogik aus systemisch konstruktivistischer Perspektive, Duisburg/Köln 2009; zu aktuellen Perspektiven vgl. Elisabeth Naurath: Friedenspädagogik und interreligiöse Bildung, in: Handbuch der Religionen XIV - 5.1.2.4, Hohenwarsleben 2022.
4 Vgl. zum Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ www.weisstduwerichbin.de/startseite.

Schöpfungsgerechtigkeit

Warum ist das Thema wichtig?

Die gegenwärtige Klimakrise ist eine direkte Folge menschlichen Fehlverhaltens: Maßlose Profitgier, Ausbeutung natürlicher Ressourcen und ein fundamentaler Mangel an Respekt gegenüber der Schöpfung haben uns an diesen kritischen Punkt geführt. Technische Innovationen reichen hier alleine nicht aus – vielmehr ist ein tiefgreifender Kulturwandel gefordert. Hier zeigt sich die bleibende Relevanz christlicher und islamischer Schöpfungsspiritualität: Sowohl Islam als auch Christentum bieten ein theologisches Fundament, das weit über bloßes Nachdenken hinausgeht. Beide Traditionen verstehen den Einsatz für Klimagerechtigkeit als unverzichtbaren göttlichen Auftrag an den Menschen und bewahren wertvolle Ressourcen für den Einsatz für eine lebensförderliche Umwelt bzw. Mitwelt.1

Die Klimakrise lässt uns heute mit geschärftem Blick auf das christliche Schöpfungsverständnis schauen. Dabei wird deutlich: Die biblischen Schöpfungstexte waren nie bloße Entstehungsgeschichten. Von Anfang an beschreiben sie den grundlegenden Bund, den Gott stiftet und in dem der Mensch eine besondere Verantwortung trägt. Diese Bundestheologie durchzieht die gesamte biblische Tradition – von der Erschaffung des Menschen als Gegenüber Gottes über den Noahbund, der ausdrücklich alle Geschöpfe einschließt, bis hin zur neutestamentlichen Hoffnung auf eine Erneuerung der ganzen Schöpfung. Die Erde erscheint dabei als ein von Gott anvertrauter Lebensraum, dessen Bewahrung zum Kern des christlichen Glaubens gehört.

Die biblische Erzählung zeichnet das Bild eines Schöpfergottes, der seine Schöpfung mit Freude betrachtet und als „sehr gut“ würdigt. Wenn Genesis 1,28 dem Menschen aufträgt, sich die Erde „untertan“ zu machen und über die Tiere zu „herrschen“, so ist dies im Kontext des gesamten Schöpfungsberichts zu lesen: Als Ebenbild Gottes soll der Mensch dessen fürsorgliche Herrschaft widerspiegeln. Er ist berufen, die Schöpfung und Mitwelt, deren Teil er ist, zu bewahren, ihre Entwicklung zu fördern und sie im Sinne des Schöpfers zu verwalten. Wie diese fürsorgliche Herrschaft aussieht, zeigen zahlreiche biblische Bilder von Gottes eigenem Umgang mit seiner Schöpfung – etwa, wenn er Regen spendet, damit Pflanzen wachsen können (Hiob 38,26-27), oder wenn er die Jungtiere ernährt (Ps 147,9; Ps 104,21).

Die biblischen Texte stellen einen unmittelbaren Zusammenhang her zwischen der gestörten Gottesbeziehung des Menschen und der Zerstörung der Erde. Wenn der Mensch sich von Gott entfremdet, wird auch sein Verhältnis zur Schöpfung destruktiv – die Propheten beschreiben eindringlich, wie die Erde unter menschlicher Missachtung göttlicher Gebote leidet (Jes 33,9; Hos 4,3; Jer 12,4).

Das Neue Testament erweitert diese Perspektive: Gottes Heilshandeln in Christus zielt nicht nur auf die Erlösung des Menschen, sondern schließt die gesamte Schöpfung ein (Röm 8,19-23). Die „neue Schöpfung“, von der Paulus spricht, beginnt mit dem Pfingstereignis (Apg 2,1-36) und vollendet sich in der Befreiung der ganzen Schöpfung aus ihrer Knechtschaft. Damit wird deutlich: Die Bewahrung der Schöpfung ist kein beliebiger Zusatz zum christlichen Glauben, sondern gehört zu seinem innersten Kern.

Der Koran zeichnet ein eindringliches Bild: Als Gott die Treuhänderschaft über seine Schöpfung anbot, wichen Himmel, Erde und Berge zurück. Einzig der Mensch nahm diese gewaltige Verantwortung an (Koran 33:72). Diese Schlüsselszene verdeutlicht die besondere Stellung des Menschen, wirft aber zugleich die kritische Frage auf: Hat er sich damit übernommen?

Die Schöpfung ist eine Leihgabe, die der Mensch in seinen kurzen Lebenszeiten nutzen darf. Das Nutzungsrecht ist mit einem gewissenhaften Verbrauch der Ressourcen verbunden (Koran 6:141). Gott stellt die Schöpfung zur Verfügung und versorgt die Geschöpfe mit ausreichenden Ressourcen – der Mensch aber handelt immer wieder aus eigenen Interessen und rücksichtslos.2

Im Koran wird in zahlreichen Stellen auf die Kraft und Schönheit der Schöpfung und die Prozesse in der Natur hingewiesen, die die notwendige Ordnung für den Erhalt der Schöpfung beinhalten.3 Der Koran wendet sich grundsätzlich gegen Maßlosigkeit und Überschreitung (auch bei an sich erlaubten Dingen; arab. isrāf), insbesondere aber gegen eine unrechtmäßige oder völlig sinnlose Verschwendung von Ressourcen für nutzlose oder verwerfliche Zwecke (arab. tabḏīr).

Damit wird anschaulich dargestellt, dass die sorgfältige Nutzung der Natur ermöglichen muss, dass diese ihre Ressourcen stets regeneriert, damit die Geschöpfe auch weiterhin ausreichend versorgt werden.

Wenn der Mensch diese gottgegebene Ordnung missachtet, so der Koran, fallen die Folgen auf ihn selbst zurück: „Wenn euch ein Unheil trifft, dann für das, was eure Hände taten. Doch er verzeiht auch viel“ (Koran 42:30). Der Vers etabliert, heute angesichts der ökologischen Krisen gelesen, einen Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und den daraus resultierenden Umweltschäden.

Entsprechend sollen christliche und muslimische Gläubige der gesamten Schöpfung mit Respekt begegnen und Verantwortung nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft zu übernehmen.

Gemeinsame Herausforderungen und Handlungsimpulse

Die Klimakrise kennt keine religiösen oder nationalen Grenzen – sie bedroht die gesamte Menschheit, Flora und Fauna. Besonders dramatisch wirkt sie sich dort aus, wo bereits prekäre Lebenssituationen bestehen und Konflikte durch den Kampf um schwindende Ressourcen verschärft werden. Nicht selten sind diese Konflikte zudem religiös oder ethnisch aufgeladen. In zahlreichen Regionen der Welt führen Landkonflikte aufgrund von Wassermangel und Wüstenbildung zu wachsender Armut und politischer Instabilität. Dies belastet das Zusammenleben und Zusammenwirken der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften zusätzlich.

Die fortschreitende Zerstörung natürlicher Lebensräume und der dramatische Verlust der Artenvielfalt verschärfen diese Krise. Die rasante Urbanisierung lässt immer mehr Menschen in Städte ziehen, natürliche Flächen werden versiegelt und Ökosysteme zerstört. Dies erfordert neue Konzepte nachhaltiger Entwicklung, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen.

Doch gerade in dieser bedrohlichen Situation kann auch eine Chance liegen: Christ*innen und Muslim*innen haben die dringende Pflicht, gemeinsam mit allen Menschen guten Willens ihre religiösen Traditionen als Ressourcen für den Schutz der Schöpfung zu mobilisieren. Beide Religionen teilen einen tief verwurzelten Respekt vor der Natur und allen Geschöpfen. Daraus kann ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein erwachsen, das zugleich den interreligiösen Dialog stärken und konkrete Nachhaltigkeitsinitiativen inspirieren kann. Die religiösen Ressourcen müssen dabei in einem dynamischen Prozess immer wieder neu mit den aktuellen Herausforderungen in Dialog gebracht werden. Dann können aus ihnen Handlungsmaximen entwickelt werden, die über kurzfristige politische oder wirtschaftliche Interessen hinausweisen und Zukunftsfähigkeit ermöglichen. Die Bewahrung der Schöpfung ist eine Aufgabe, die alle Menschen und Glaubensgemeinschaften betrifft und verbindet.

So lassen sich, gespeist aus den jeweiligen religiösen Überzeugungen, gemeinsame Projekte zum Umweltschutz, interreligiöse Aktionstage oder Gesprächskreise organisieren. Auch der Tierschutz sollte angemessen einbezogen werden. Die erste Schöpfungserzählung (Gen 1,24-25) lässt schlussfolgern, dass Tiere in die Sorge um das Wohl aller Mitgeschöpfe einbezogen sind. Die Namensgebung in der zweiten Schöpfungserzählung zeigt sie als soziales Gegenüber, als Wesen mit einer eigenen Beziehung zum Menschen. Der Begriff „Mitwelt“ bringt prägnant zum Ausdruck: Der Mensch steht nicht bloß im Zentrum einer ihm dienenden „Umwelt“, sondern ist – als verantwortlicher Treuhänder – Teil eines größeren Ganzen, in dem alle Lebewesen und Ökosysteme in wechselseitiger Abhängigkeit existieren.

Entscheidend ist die Kooperation mit Organisationen und Initiativen unterschiedlicher oder neutraler weltanschaulicher Prägung. Nur so können gesamtgesellschaftliche Wirkung erzielt und konkrete Handlungsoptionen geschaffen werden. Besonders die Bildungsarbeit erweist sich als Schlüssel: Die spirituellen und ethischen Impulse der Religionsgemeinschaften können, eingebracht in Umweltbildungsinitiativen und Partnerschaften mit Umweltverbänden, den gesellschaftlichen Diskurs bereichern und ein erweitertes Schöpfungsbewusstsein fördern.

Solche Projekte können anknüpfen an die erhebliche Dynamik innerhalb der islamischen Umweltbewegung: Das IMARA-Projekt beispielsweise der AIWG dokumentierte die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitsinitiativen in Moscheen.4 Der Verein HIMA e.V. setzt sich für Natur- und Umweltschutz aus islamischer Perspektive ein und greift dabei auf das traditionelle islamische Konzept der geschützten Gebiete (Hima) zurück.5 NourEnergy e.V. engagiert sich als muslimische Umweltorganisation speziell für Naturschutz und Ressourcenschonung und verbindet islamische Umweltethik mit Bewusstseinsbildung und der Unterstützung technischer Projekte wie Solaranlagen auf Moscheen oder Kampagnen wie das „Plastikfasten“ im Ramadan.6 Zahlreiche jüngere wissenschaftliche Arbeiten verbinden islamische Theologie mit praktischen Nachhaltigkeitskonzepten;7 unterschiedliche Projekte und Blogs verbreiten die Wahrnehmbarkeit dieser Vermittlungsanliegen.

GreenFaith arbeitet als internationale, multireligiöse Klimagerechtigkeitsbewegung, die seit 2022 auch als deutscher Verein aktiv ist.8 Sie vernetzt Menschen aus verschiedenen Religionen und spirituellen Traditionen für den Klimaschutz, organisiert Bildungsmaßnahmen und Kampagnen und baut lokale „GreenFaith Circles“ auf. Besonderes Merkmal ist die globale Vernetzung, die auch Perspektiven aus dem Globalen Süden einbezieht. Aus der vom Abrahamischen Forum koordinierten, interreligiösen Arbeit sind zahlreiche Projekte hervorgegangen, z.B. die gemeinsame Erklärung „Religionen für biologische Vielfalt“ (2015), an der neun Religionsgemeinschaften zusammen mit Naturschutzverbänden und staatlichen Stellen beteiligt sind.9 Dazu gehört die Einrichtung religiöser Teams für Naturschutz an Schulen, die Gestaltung von Freiflächen um religiöse Gebäude als Orte der biologischen Vielfalt und die Organisation einer jährlichen religiösen Woche für Naturschutz und biologische Vielfalt im September. „Religionen-und-Naturschutz-Teams“ gehen in Bildungseinrichtungen, um die gemeinsame Verantwortung für die Natur zu vermitteln. Interreligiöse Formate wie die Tagung „Religions go green“ (2016 von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Stiftung Weltethos veranstaltet) bringen die unterschiedlichen religiösen Perspektiven auf Natur und Umwelt zusammen und entwickeln Ansätze für gemeinsames Umwelthandeln im Sinne eines „ökologischen Weltethos“. Daran knüpft das Folgeprojekt „CreAction“ an, das sich 2024 mit „Klimagerechtigkeit interreligiös“ beschäftigte, wobei die Möglichkeiten eines umweltethischen interreligiösen „Dialogs des Handelns“ im Fokus stehen.10 „Religions go green“ ist auch der Name eines eigenständigen interreligiösen Nachhaltigkeitsnetzwerks, das u.a. in Düsseldorf aktiv ist. Hier arbeiten verschiedene Religionsgemeinschaften zusammen an konkreten Projekten zur nachhaltigen Praxis in Gemeinden, organisieren Workshops und entwickeln praktische Handlungsoptionen für Biodiversität, Energienutzung und nachhaltigen Konsum.11

Solche Verbindungen von theologischer Fundierung, praxisorientierten Handreichungen, konkreten Umsetzungsprojekten und interreligiöser Zusammenarbeit erweisen sich als besonders wirksam. Je stärker dabei die verschiedenen Ebenen ineinandergreifen – von wissenschaftlicher Reflexion über religiöse Gemeinschaften bis zu lokalen Initiativen, von überregionalen Netzwerken bis zu Regionalgruppen – desto größer die Aussicht auf nachhaltige Wirkung. Religiös motivierter Umweltschutz entfaltet sein Potential besonders dort, wo er breit vernetzt und vielfältig verankert ist.

Gebet für die Schöpfung

Gott, Du bist der Schöpfer der Himmel und der Erde, des Sichtbaren und des Verborgenen. Du hast alles in vollkommener Weisheit erschaffen – die Berge, die Flüsse, die Tiere, die  Pflanzen und den Menschen. So wie die Bäume sich im Wind neigen und die Vögel Dich  lobpreisen, so wollen auch wir in Demut vor Dir stehen und  Deine Größe erkennen. Bewahre uns davor, Deine Gaben zu verschwenden oder zu zerstören. Mache uns zu Hütern der Erde, nicht zu Herren über sie. Lass uns achtsam sein mit Deiner Schöpfung, sie ehren und schützen, wie Du es uns aufgetragen hast. Gib uns Herzen, die dankbar sind für den Regen, der fällt, für die Sonne, die wärmt, und für die Luft, die wir atmen. Du bist der Allbarmherzige, der Allweise. Dir allein gebührt Lob und Dank – heute und an jedem Tag.

(Muslimisches Gebet inspiriert von den Versen 51:56, 17:44, 33:72 des Koran)

Zum Schluss

Gebet für die Erde

Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden. Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde. Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

(Papst Franziskus, Laudato si)

1 Vgl. dazu z.B. Dirk Ansorge und Hamideh Mohagheghi im Handbuch Christlich-Islamischer Dialog: https:// handbuch-cid.de/ursprung-und-ziel-gott-als-schoepfer-und-richter.
2 Beispiele aus dem Koran 2:204-205; 17:26-27.100; 26:151-152; 30:41; 89:17-20. 
3 Beispiele aus dem Koran 13:3, 16:65, 21:31, 23:18, 32:27, 35:9, 50:7-11.
4 Vgl. zur Broschüre: aiwg.de/wp-content/uploads/2022/01/AIWG_Praxisperspektiven_ Moscheen_Umweltschutz_Webdatei.pdf
5 Vgl. HIMA e.V.: hima-umweltschutz.blogspot.com/p/blog-page.html. 
6 Vgl. NourEnergy e.V.: www.nour-energy.com/. 
7 Vgl. z.B. Abdelghafar Sali:, Islamisches Rechtswesen und umweltökologische Nachhaltigkeit. Positionen zu einer islamisch geprägten Umweltethik, in: RphZ 2, S. 169-182. 
8 Vgl. GreenFaith Deutschland: greenfaith.org/de/germany/. 
9 Vgl. Abrahamitisches Forum: abrahamisches-forum.de; zum Projekt: abrahamisches forum.de/projekte/religionen-fuer-biologische-vielfalt/. 
10 Vgl. zur Tagung: www.weltethos.org/tagung-und-studientage-creaction/
11 Informationen dazu finden sich u.a. auf der Homepage des Erzbistums Köln: www.erzbistum koeln.de/seelsorge_und_glaube/kirche_im_dialog/umwelttipps-fuer-alle/index.html

Erklärung: Gemeinsam für Gerechtigkeit

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