„Eine Kämpferin für Demokratie und Menschenrechte“
ZdK trauert um Rita Süssmuth
„Eine unermüdliche Kämpferin für Demokratie und Menschenrechte ist von uns gegangen. Mit großer Trauer, zugleich mit großer Dankbarkeit für ihr Lebenswerk nimmt das ZdK Abschied von Prof. Rita Süssmuth.“ Mit diesen Worten würdigt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, die am Sonntag im Alter von 88 Jahren verstorbene frühere Bundestagspräsidentin. „Rita Süssmuth war eine Frau, die Widerstände in ihrem politischen Leben zeitlebens kannte und mit Charme, Mut und Beharrlichkeit zu bezwingen wusste. Gerade die Frauen in unserem Land haben ihr unendlich viel zu verdanken.“
Süssmuth engagierte sich in den 1980er und frühen 1990er Jahren ehrenamtlich im ZdK, dessen Mitglied sie zunächst über den Familienbund der deutschen Katholiken, später als Einzelpersönlichkeit war. Als Vorsitzende der ZdK-Kommission für Ehe und Familie wirkte sie von 1983 bis 1985. Von diesem Vorsitz trat sie zurück, als sie 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit wurde, 1986 dann erste Frauenministerin. 1988 wurde sie zur Bundestagspräsidentin gewählt und blieb es bis 1998. Als Abgeordnete der Unionsfraktion war sie bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags.
„Ich bin Rita Süssmuth in meiner beruflichen Laufbahn mehrfach begegnet. Ich erlebte sie stark, kämpferisch und in jeder Hinsicht vorausschauend“, so Stetter-Karp. „Insbesondere ihr Engagement für Frauenrechte hat mich tief beeindruckt, etwa in der Debatte um die Reform des Paragrafen 218 StGB. Sie machte im Bundestag klar, dass Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt ihre eigene Entscheidung treffen müssen.“
Stetter-Karp erinnert aber auch an andere Themenfelder, auf denen Rita Süssmuth früh Zeichen setzte. Insbesondere auf den Deutschen Katholikentagen, die vom ZdK alle zwei Jahre in einer anderen Stadt veranstaltet werden, habe Süssmuth über Jahrzehnte Profil gezeigt: „Sie war eine der Ersten, die vor mehr als zwanzig Jahren verlangte, Deutschland müsse sich als Einwanderungsland begreifen. Sie mahnte, dass das Grundgesetz für alle gelte und Menschenwürde kein Exklusivrecht alteingesessener Deutscher sei. Sie erhob ihre Stimme für Alleinerziehende und für Senioren, für die es in der Bundesrepublik keine Kultur der Anerkennung gebe. Und sie setzte sich in besonderer Weise für die Verständigung mit unseren polnischen Nachbarn ein. Sie tat dies als politischer Mensch, der seine tiefen Wurzeln im Christentum hatte. Rita Süssmuth war eine Katholikin, die ihresgleichen sucht. Es ist schmerzlich, sie nicht mehr unter uns zu wissen. Ihr Charisma und ihr Engagement sind und bleiben ein Vorbild. Das ZdK gedenkt Rita Süssmuths in Trauer und tief empfundener Wertschätzung.“
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