Gott diskriminiert nicht
„Tag der Diakonin +plus“ in München
Der Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena – der 29. April – ist seit 1998 an vielen Orten in Deutschland ein Tag des Einsatzes für eine geschlechtergerechte Kirche. 2026 steht der Tag unter dem Motto „Gott diskriminiert nicht“. Die zentrale Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. April, in München statt.
Gemeinsam laden der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) dazu ein, ein Zeichen zu setzen: für die Öffnung aller kirchlichen Dienste und Ämter für alle Getauften und Gefirmten, unabhängig vom Geschlecht. Im Fokus steht dabei die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat in der katholischen Kirche.
Zentral für die Veranstaltung sind die Erfahrungen von Frauen, deren Berufungen in der katholischen Kirche bislang nicht anerkannt werden. Frauen gelten der katholischen Kirche weiterhin als nicht weihefähig. Zahlreiche Erfahrungsberichte zeigen die Zurücksetzung, Ausgrenzung und strukturelle Ungerechtigkeit. Dadurch verletzt und verliert die Kirche viele Menschen, die für die Frohe Botschaft brennen. Nach Ansicht der Veranstalter*innen hängt die Zukunftsfähigkeit der Kirche davon ab, dass alle ihre Berufung gleichberechtigt leben können.
Inspiriert von der Initiative #meingottdiskriminiertnicht werden bei der Veranstaltung zum einen menschengemachte Einengungen und Grenzziehungen in den Blick genommen. Zum anderen wird das befreiende Potenzial der christlichen Botschaft gefeiert. Leitend für den diesjährigen „Tag der Diakonin +plus“ ist der biblische Zuspruch „Ich habe dich beim Namen gerufen“ (Jes 43,1), der betont, dass Gott Menschen als Individuen ruft – nicht nach Status oder Geschlecht.
Die Veranstaltung findet am 29. April 2026 in St. Bonifaz, Karlstraße 34 in München statt und beginnt um 16.00 Uhr mit einem Gottesdienst zum biblischen Leitwort. Anschließend folgt um 17.00 Uhr ein Gespräch unter dem Titel „Gemeinsam für offene Ämter – Initiativen im Dialog“. Ab 18.00 Uhr schließt sich ein Austausch unter den Teilnehmer*innen an. Grundlegende Informationen zum Tag der Diakonin finden sich unter zdk.de/tag-der-diakonin-plus.
Vertreterinnen der einladenden Gruppen stehen vor Ort für Gespräche zur Verfügung. Ihre Spitzen äußern sich im Vorfeld der Veranstaltung mit deutlichen Positionen zum Thema.
- Dr. Ute Zeilmann (KDFB, Vizepräsidentin):
„Die Kirche ist in der Realität längst weiblich geprägt – in Seelsorge, Ehrenamt und Gemeindeleben. Diese Realität muss sich endlich auch in Strukturen, Entscheidungswegen und Ämtern widerspiegeln. Frauen dürfen nicht funktional vereinnahmt oder auf zugeschriebene Rollen reduziert werden, sondern müssen als vollwertige Trägerinnen kirchlichen Lebens ernst genommen und gewürdigt werden.“ - Ulrike Göken-Huismann (kfd, stellvertretende Bundesvorsitzende):
„Wir wissen, dass sich weltweit viele Frauen in der Kirche nicht mehr beheimatet fühlen und sie deshalb verlassen. Ohne echte Gleichberechtigung wird diese Entfremdung weiter zunehmen. Vertrösten und Abwarten ist keine Option mehr! Die Zeit zum Handeln ist jetzt!“ - Dr. Jutta Mader-Schömer (Netzwerk Diakonat der Frau, Vorsitzende):
„Frauen spüren ihre Berufung zum Diakonat sehr konkret und leben sie vielfach im Ehrenamt. Diese Berufung wird von ihrer Kirche jedoch nicht anerkannt, und anders als bei Männern nicht durch Ausbildung und Weihe gefördert. Eine Kirche, die diese Stimmen nicht hört, die Berufung und Eignung nicht prüft und die Weihe verwehrt, verfehlt ihr eigenes Sendungsbewusstsein und verspielt geistliche Vielfalt.“ - Dr. Irme Stetter-Karp (ZdK, Präsidentin):
„Frauen prägen die Kirche entscheidend mit. In der Ämterstruktur bleibt dieses Engagement jedoch unsichtbar. Das ist ein Unding – und war schon immer eines. Der Synodale Weg und die Weltsynode zeigen: Veränderung ist möglich. Warum nicht endlich auch bei der Gleichberechtigung der Geschlechter? Verrückt, dass das immer noch keine Selbstverständlichkeit ist.“
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