„Rentenfrage ist fundamentale Herausforderung für den Sozialstaat“
ZdK-Hauptausschuss verabschiedet Positionspapier zur Rentenreform
„Vertrauen in die anstehende Rentenreform“ hat die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp als „wichtigste Ressource für deren Gelingen“ bezeichnet. „Die Rentenfrage sehen wir im ZdK als fundamentale Herausforderung für den Sozialstaat und den sozialen Zusammenhalt“, sagte sie heute in der Sitzung des ZdK-Hauptausschusses.
Sie sei deshalb dankbar für die Arbeit des Ad-hoc-Arbeitskreises „Akzeptanzbedingungen der gesetzlichen Rente“, der unter Leitung von Eva Welskop-Deffaa und Prof. Andreas Lob-Hüdepohl ein Positionspapier vorgelegt habe. Dieses Papier verabschiedete der Hauptausschuss einstimmig. Es skizziere, so Stetter-Karp, „wie Systemvertrauen sich in diesen Zeiten herstellen und nachhaltig sichern lässt.“
Das ZdK fordert in dem Papier unter anderem, die Ziele der Rentenversicherung gesetzlich festzulegen, die Altersgrenze des Renteneintritts moderat anzuheben, Frühverrentungsanreize zu stoppen und die Versichertengemeinschaft substanziell zu erweitern, in einem ersten Schritt um Selbstständige, Abgeordnete und Minijobber*innen. Auch die Erträge hoher Privatvermögen müssten angemessen zur Finanzierung des deutschen Rentensystems beitragen. Schließlich schlägt das ZdK „die Flankierung der gesetzlichen Rente durch eine Stärkung kapitalgedeckter Elemente und die Einführung eines permanenten Rentenanwartschaftssplittings für Ehepaare und eingetragene Partnerschaften“ vor.
Der Hauptausschuss würdigte ferner den Abschluss der digitalen Wahlen der ZdK-Mitglieder, die künftig in der neuen Synodalkonferenz mitwirken sollen. Präsidentin und Vizepräsident*innen des ZdK sind geborene Mitglieder; die übrigen 22 Personen wurden in den zurückliegenden Tagen gewählt. „Damit ist das ZdK sofort handlungsfähig, wenn die Zustimmung des Vatikans zur Satzung der Synodalkonferenz kommt“, sagte Stetter-Karp.
Zudem wählte der Hauptausschuss fünf Personen in eine von der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK gemeinsam angestrebte Frauenkommission. Sie soll zur weltkirchlichen Debatte über Perspektiven für Frauen in sakramentalen Ämtern beitragen. Damit wird ein Beschluss des Synodalen Weges umgesetzt. Gewählt wurden Dr. Andreas Heek von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD), Dr. Regina Heyder (AGKOD), Sr. Philippa Rath OSB (Einzelpersönlichkeit im ZdK), Dr. Dorothea Reininger (AGKOD) und Prof. Dr. Dorothea Sattler (Einzelpersönlichkeit).
Die Historikerin Anna Matschl hatte zuvor in einem Beitrag mit anschließender Diskussion zur „Laienverantwortung im Missbrauchsgeschehen: Die Rolle von Bystandern im kirchlichen Umfeld“ gesprochen. Matschl, bis Oktober 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Missbrauchsstudie im Bistum Passau, verdeutlichte, wie relevant eine institutionelle Verankerung des Aufarbeitungsprozesses in den bestehenden Strukturen sei. Der Hauptausschuss wird sich auch in seiner nächsten Sitzung vertiefend mit der Verantwortung des ZdK im Missbrauchskomplex beschäftigen.
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