„Rund um Pränatal-Tests braucht es mehr Beratung“

ZdK-Präsidentin Stetter-Karp für Monitoring der Kassenzulassung nicht-invasiver vorgeburtlicher Tests

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) begrüßt, dass der Bundestag morgen über einen interfraktionellen Antrag zu nicht-invasiven Pränatal-Tests (NIPT) berät. Beantragt wird ein Monitoring der Folgen der Kassenzulassung von 2022, außerdem die Einrichtung eines interdisziplinären Gremiums. „Die Anwendung nicht-invasiver Pränatal-Tests birgt für jede schwangere Frau zahlreiche Implikationen. Deshalb sind ein Monitoring und die Einrichtung eines Expert*innen-Gremiums wesentliche Instrumente für einen angemessenen Umgang mit der Testmöglichkeit“, sagt ZdK-Präsidentin Dr. Irme Stetter-Karp. 

Erste Versicherungsdaten zeigten, dass inzwischen fast fünfzig Prozent der Schwangeren den Test nutzten, davon ein Viertel der unter 26-jährigen, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, so Stetter-Karp weiter. „Der NIPT ist damit im Prinzip zu einer Regeluntersuchung geworden, was nicht seine Intention war. Mich besorgt sehr, dass ein breiter und unhinterfragter Einsatz des Tests Auswirkungen etwa auf die Geburtenrate von Kindern mit Trisomie 21 haben könnte. Ich bin an der Seite der Behindertenverbände, die darin eine Diskriminierung sehen.“ 

Das Monitoring soll belastbare Daten zur bisherigen Umsetzung und den Folgen der NIPT-Zulassung bereitstellen. Überprüft werden sollen die sehr niedrigschwelligen Voraussetzungen für eine NIPT-Anwendung, der Entscheidungsrahmen – etwa dreißig Prozent der Schwangeren empfindet die Versicherten-Information als deutliche Empfehlung – und der Beratungsbedarf. „Viele Betroffene wünschen sich mehr Informations- und Reflexionsmöglichkeiten vor dem Test und Begleitung im Umgang mit dem Ergebnis. Gerade wenn eine Trisomie diagnostiziert wird, beschreiben werdende Eltern, dass sie unter erheblichen Druck geraten, wenn sie das Kind bekommen wollen.“ 

Angesichts der weitreichenden ethischen, rechtlichen, medizinischen und gesundheitspolitischen Fragestellungen befürwortet das ZdK die Einrichtung eines interdisziplinären Fach-Gremiums, das, wie im Antrag formuliert, eine sachgerechte, rechtssichere Grundlage für das Angebot und den Zugang zum NIPT entwickelt. Das ZdK fordert, dass in dem Gremium einerseits Personen aus der Beratungspraxis und andererseits solche mit kirchlicher Perspektive vertreten sind.

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