„Vergiftetes Klima durch politische Weisheit wandeln“

ZdK-Präsidentin blickt zum Osterfest auf die Lage im Heiligen Land

Mit Sorge blickt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, zum Osterfest auf eine Welt in Unfrieden. „Ich denke in diesen Tagen ganz besonders an Papst Franziskus, der am Ostermontag 2025 starb und mir in seiner Leidenschaft für eine gerechte Welt und eine synodale Kirche in tiefer Erinnerung ist. Er überwand Grenzen und Mauern, mit ausgestreckten Händen und der Kraft seines Herzens. Er forderte die Christenheit in Wort und Tat zu Solidarität mit Menschen in Not auf. Diese Solidarität brauchen wir auch jetzt.“

„Wo wir mit unseren Geschwistern im Glauben überall auf der Welt gemeinsam unterwegs sind, wo wir – wenigstens für Augenblicke – in ihren Schuhen gehen, sehen wir immense Herausforderungen auf dem Weg“, so die ZdK-Präsidentin weiter. „Wie können wir beitragen zum Frieden? Wie können wir den Hass überwinden, der sich an so vielen Orten Bahn bricht? Hoffnung ist unser Auftrag. Das Fest der Auferstehung ist eine Unterbrechung alles Erwartbaren. Es gehört zum Christsein, an die Auferstehung mitten im Leben zu glauben. Ich will Überraschungen, ich will Wandel – und ja, auch politische Weisheit – wieder für möglich halten“. 

Ihre Gedanken gingen besonders ins Heilige Land. „Patriarch Pizzaballa und weiteren Kirchenvertretern wurde am Palmsonntag der Zugang zur Grabeskirche verwehrt. Zugleich setzte sich die Gewalt mit Angriffen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung in Gaza und dem Westjordanland fort. Die Knesset beschloss zudem in dieser Woche ein Gesetz, das für Palästinenser*innen die Todesstrafe als Regelfall vorsieht, sollten sie für terroristische Taten durch ein Militärgericht verurteilt werden. Ich teile die Sorge des UN-Menschenrechtskommissars, der diese Entscheidung als diskriminierend und völkerrechtswidrig einstuft“, sagt Stetter-Karp. Auch der Siedlerterror im Westjordanland nehme immer größere Ausmaße an. „Das ZdK ist besorgt angesichts von über 1600 Angriffen, die die Vereinten Nationen für 2025 dokumentiert haben.“ Zugleich berichteten immer mehr Christ*innen von Ausgrenzung, Demütigung, offener Gewalt. „Die Zahl der dokumentierten Belästigungen und Angriffe steigt stetig an und betrifft sowohl die christlichen Gemeinschaften in Jerusalem als auch die wenigen verbliebenen christlichen Orte des Westjordanlandes.“

Die ZdK-Präsidentin ist überzeugt: „Ein solch vergiftetes Klima lässt sich nur durch politische Weisheit wandeln. Dafür müssen Grenzen und Mauern überwunden werden, auf franziskanische Weise. Beten wir für Menschen, die diesen Weg gehen. Und tun wir das Unsere, Steine zur Seite zu räumen, wo immer es möglich ist.“

Pressemitteilung: „Vergiftetes Klima durch politische Weisheit wandeln“ als PDF

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