Was hält die ukrainische Gesellschaft zusammen?

ZdK-Präsidentin würdigt „Stärke und Widerstandskraft“ nach vier Jahren Krieg

Am heutigen, vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine würdigt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, „die Stärke und Widerstandskraft der ukrainischen Bevölkerung, die für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung kämpft“. Dies sei um so bemerkenswerter, „als nach UN-Angaben bereits mehr als 15.000 Menschen durch konfliktbedingte Gewalt getötet und mehr als 40.000 verletzt wurden“.  

Es sei höchste Zeit, so die ZdK-Präsidentin, sich nicht nur mit den konkreten Gefahren für Europa, sondern auch mit den gesellschaftlichen Verheerungen, die dieser Krieg in der Ukraine hervorgerufen hat, auseinanderzusetzen. „Dies tut gerade eine Delegation des ZdK gemeinsam mit den polnischen, französischen und britischen Delegationen aus dem Netzwerk der Initiative Christen für Europa (IXE).“ Bei einem Besuch im ukrainischen Lviv treffe das Team auf Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Kriegsveteranen, Mitarbeiter*innen von Hilfswerken und Kirchenvertreter*innen. Die Ukrainisch Katholische Universität (UKU) in Lviv, wo mehrere der geplanten Begegnungen stattfinden, ist Mitglied von IXE und Gastgeber des Treffens.  

„Unsere Begegnungen haben uns deutlich gemacht, wie sehr die russische Kriegsstrategie seit geraumer Zeit darauf setzt, die Menschen systematisch zu zermürben“, sagt die Sprecherin des ZdK-Sachbereiches Internationales und Nachhaltigkeit, Marie von Manteuffel. „Wir haben Menschen getroffen, die die Zukunft ihrer Kinder und unserer aller Freiheit in Europa verteidigen. Der Preis, den sie zahlen, ist hoch. Uns alle hat tief beeindruckt, mit welcher inneren Stärke unsere Gesprächspartner*innen uns daran teilhaben lassen. Die Traumata sind deutlich zu spüren. Kriegsversehrte Veteranen und ihre Familien benötigen vielfache Unterstützung.“ Deutlich würden auch Bruchlinien der Gesellschaft: „Fast sechs Millionen Ukrainer*innen sind ins Ausland geflüchtet, weitere vier Millionen sind innerhalb der Ukraine vertrieben. Es gibt keine Familie, die dieser Krieg verschont hat. Aber der Grad der Betroffenheit ist natürlich unterschiedlich. Sie alle eint der Wunsch nach Gerechtigkeit.“ 

In einer gemeinsamen Erklärung der Delegation, die in Lviv gezeichnet wurde, heißt es: „Wir sind uns des unvorstellbar schrecklichen Leids bewusst, das seit Beginn der russischen Aggression für die Ukrainer*innen tragische Realität geworden ist. Insbesondere erschüttert uns das unmenschliche Leid, das Kindern, Behinderten, älteren Menschen und verwundeten Zivilisten in der Ukraine zugefügt wird.“ 

‚Lumen Gentium‘, die Stiftung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, wird sich deshalb an zwei konkreten Projekten finanziell beteiligen – weitere Spenden sind willkommen. Zum einen am gemeinsamen Projekt „Stand by Her“ der Caritas Lviv, der Ukrainian National Women’s League of America und IXE. Es dient der psychosozialen Betreuung von Partner*innen und Kindern von ukrainischen Veteranen. Zum anderen am Projekt „Hope and Resilience“, einem Don-Bosco-Programm in Kooperation mit IXE, das sich dringend erholungsbedürftigen Schüler*innen zuwidmet. Mehr zu beiden Projekten und zu den Spendenoptionen auf zdk.de

Über das Schicksal polarisierter Gesellschaften, die Gründe für Zusammenhalt in der Krise und die Lage in der Ukraine berichtet zugleich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Ost-West. Europäische Perspektiven“, die von Renovabis und dem ZdK herausgegeben wird. 

Pressemitteilung: „Was hält die ukrainische Gesellschaft zusammen?” als PDF

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