Stetter-Karp mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt

Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken geht „mit Energie und Leidenschaft“ in zweite Amtsperiode

Mit großer Mehrheit ist die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, heute in Berlin von der Vollversammlung im Amt bestätigt worden. Über 80 Prozent der Mitglieder votierten für die Sozialwissenschaftlerin, die seit November 2021 an der Spitze des ZdK steht. Sie wolle „mit Energie und Leidenschaft“ in die nächsten vier Jahre gehen, sagte sie in ihrer Rede. „Ich setze auf den Schatz der Vielfalt im ZdK. Wir können Zukunft!“ 

Die Präsidentin adressierte Kirche, Gesellschaft und Politik, die von der Arbeit der katholischen Zivilgesellschaft profitierten. „Unser Glaube gibt uns Kraft, öffentlich für die Würde aller Menschen einzustehen. Zusammen mit dem ZdK stehe ich dafür ein, dass Demokratie und Christsein zusammengehören – in Zeiten, in denen die Feinde der Demokratie stärker werden. Wir zeigen Haltung – für eine gerechte Gesellschaft, für Zusammenhalt, für eine Erneuerung unserer Kirche!“ Zugleich brauche es das internationale Interesse des ZdK. „Wir engagieren uns deshalb für ein starkes Europa, das sich selbstbewusst in die Tradition der Menschenrechte stellt.“ 

In das Präsidium wurden weitere vier Mitglieder der Vollversammlung gewählt. Die Journalistik-Professorin Claudia Nothelle und der Theologe Prof. Thomas Söding wurden von der Vollversammlung im Amt bestätigt. Neu gewählt sind die Psychologin und Nahost- und Afrikaexpertin bei Misereor, Dorothee Klüppel, sowie der Volkswirt und Marktforscher Christian Gärtner, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. Birgit Mock und Wolfgang Klose, die dem Präsidium bis dato angehörten, hatten nicht erneut kandidiert.

 

Das Europa der Zukunft gestalten

Am Morgen hatte Thomas Söding die Präsidiumserklärung „Das Europa der Zukunft gestalten“ vorgestellt. Debattiert wurde vor allem über Migration, die Zunahme extremistischer Positionen und die aktuellen Chancen für einen Frieden in der Ukraine. Der 60. Jahrestag des deutsch-polnischen Briefwechsels katholischer Bischöfe zu Aussöhnung und Frieden in Europa erinnerte die Vollversammlung daran, wie relevant diese Initiative aus dem Jahr 1965 bis heute ist. Knut Abraham, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, äußerte sich als Gast des ZdK. Er bezeichnete die Beziehungen zwischen beiden Ländern als eine zentrale Grundlage des europäischen Zusammenhalts: „Der Briefwechsel zwischen polnischen und deutschen Bischöfen vor 60 Jahren war und ist eine wesentliche Säule dieser Partnerschaft in Europa. Aus ihm spricht der Wille zur Versöhnung. Diese Haltung trägt auch das Engagement christlicher Laienorganisationen. Bis heute – gerade heute! Das ist gut so. Nur so finden wir Antworten auf die immensen aktuellen Herausforderungen für Europa.“ Mateusz Luft von der ZdK-Partnerorganisation KiK in Polen erinnerte an die jüngste gemeinsame Erklärung der Laien zum Jahrestag des Briefwechsels: „Wir setzen uns als Christinnen und Christen für ein vereintes Europa und die polnisch-deutsche Freundschaft ein. In diesen Wochen und Monaten heißt das ganz besonders: Wir müssen die Menschenwürde verteidigen. Sie ist jeden Tag in Gefahr, vor allem durch den Krieg, den Russland unserem Nachbarn, der Ukraine, aufgezwungen hat. Wir sehen zugleich, dass Migration ein Riesenthema ist. Wir fordern mit Blick auf die europäischen Außengrenzen mehr legale Wege, nach Europa zu kommen und das Ende der Gewalt gegen Migranten. Dafür braucht es ein solidarisches System gemeinsamer Verantwortung in Europa.“

Die Vollversammlung wird mit der Wahl der Sprecher*innen der neu zugeschnittenen ZdK-Sachbereiche sowie der Mitglieder des Hauptausschusses und der Gemeinsamen Konferenz aus Bischöfen und Laien fortgesetzt. Zudem debattiert sie über den Sozialstaat im Wandel und die Rolle der katholischen Zivilgesellschaft in den gesellschaftlichen Transformationsprozessen.

Pressemitteilung “Stetter-Karp mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt” als PDF

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