Die Tür ist geöffnet: Der Synodale Weg geht weiter – und muss auch weitergehen

ZdK-Thema des Monats Februar 2026

Die 6. Synodalversammlung der katholischen Kirche ist am 31. Januar 2026 in Stuttgart mit einer programmatischen Erklärung zu Ende gegangen. Der Titel setzt den Ton: „Für eine Welt, die Zukunft hat – mit einer Kirche, die Hoffnung macht“. Ist diese positive Botschaft begründet?

Das ZdK muss sich Rechenschaft ablegen. Seit 6 Jahren ist es dabei: nicht nur als Gast, sondern, zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz, als Gastgeber einer Synodalversammlung, die versprochen hat, der „Umkehr und Erneuerung“ der katholischen Kirche zu dienen. Das ZdK hat nie zuvor eine solche Verantwortung übernommen – weil es gar nicht möglich schien, dass auch andere als nur die Bischöfe sagen, wohin es mit der Kirche gehen soll. Das ZdK ist nie zuvor so ins Risiko gegangen, für die Kirchenmisere in Mithaftung genommen zu werden. Es hat aber auch noch nie so viele Möglichkeiten gehabt, mehr Partizipation und mehr Transparenz umzusetzen.

In Stuttgart ging es um einen Rückblick auf den Synodalen Weg und einen Ausblick auf seine Fortsetzung. In den bewegten Tagen ist dreierlei deutlich geworden: wie groß die Erwartungen sind, dass die katholische Kirche sich ändert; wie herb die Enttäuschungen derer sind, die mehr Veränderungen erhofft haben; und wie wichtig die Arbeit derer ist, die Schritt für Schritt das organisieren, was geht.

Die ZdK-Vollversammlung hat im November ohne eine einzige Gegenstimme das Statut einer „Synodalkonferenz“ beschlossen, die Synodalität auf Dauer stellt. Die Bischofskonferenz muss noch folgen – und „Rom“ muss Grünes Licht geben. Wenn beides geschieht, ist ein Meilenstein gesetzt. So gut die „Würzburger Synode“ – vor inzwischen 50 Jahren – gearbeitet hat, ist doch die „Gemeinsame Konferenz“ von DBK und ZdK, die aus ihr hervorgegangen ist, ein schwaches Instrument geblieben. Jetzt geht es nicht mehr nur um gemeinsame Beratungen. Die Synodalkonferenz bietet die Gewähr, dass es künftig zu gemeinsamen Beschlüssen über wesentliche politische, pastorale und finanzielle Fragen der katholischen Kirche kommt. Mit Rechenschaftspflicht.

Das ZdK war eine treibende Kraft auf dem Synodalen Weg – und wird es bleiben. Weltkirchlich ist es üblich, dass die sog. „Laien“ als Einzelne von Bischöfen berufen werden, um synodal mitzuarbeiten. Das ZdK hat das Recht, selbst eine Vertretung des Kirchenvolkes zu wählen. Es hat auch die Souveränität, kein Monopol zu beanspruchen, sondern den Raum für andere zu öffnen, die Sitz und Stimme haben sollen: nicht zuletzt Betroffene, Ordensleute und junge Menschen, die (noch) nicht ZdK-Mitglieder sind. 

Synodalität ist ein Prozess. Erst im Gehen entsteht der Weg. Ein kirchenrechtliches Muster gibt es noch nicht. Aber eine Überzeugung der Weltkirche, dass es nicht bei einem Bischofsmonopol bleiben darf, gibt es durchaus. Die katholische Kirche in Deutschland hat eine Vorreiterrolle, zusammen mit Lateinamerika. 

Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die bisherige Bilanz ist gemischt – aber nicht, weil es falsch gewesen wäre, den Synodalen Weg zu starten, weil seine Wirkung noch zu schwach ist. Machtkontrolle, Frauenrechte, Inklusion – all das bleibt auf der Tagesordnung: durch die Synodalkonferenz. Es braucht den langen Atem. Im Ganzen geht es nicht nur um einzelne Beschlüsse: Es geht um ein Bild der Kirche in der Welt von heute. Die offenen Türen sind ein Gleichnis Jesu. Den Synodalen Weg weiterzugehen, ist ein Gebot der Stunde. 

Thomas Söding, Vizepräsident des ZdK, ist Seniorprofessor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum. Während der insgesamt sechs Synodalversammlungen der katholischen Kirche in Deutschland seit 2021 war er ab Frühjahr 2022 – und damit in vier Sitzungen – Vizepräsident dieses Gremiums. Zudem war er vom Vatikan bestellter Experte der Weltsynode 2024 und 2025 in Rom. 

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