ZdK-Präsidentin warnt vor „vergiftetem Angebot“ der AfD

Stetter-Karp hofft für Sachsen-Anhalt auf ein starkes Bündnis der Mitte

Angesichts der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ruft die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) dazu auf, „ein klares Zeichen gegen die AfD zu setzen“. „Was am Sonntag in Sachsen-Anhalt geschieht, betrifft ganz Deutschland“, so Dr. Irme Stetter-Karp. „Eine gesichert rechtsextreme Partei darf auf keinen Fall die Landesregierung bilden oder Teil davon sein. Alle demokratischen Kräfte müssen das ihre tun, um einen solch radikalen politischen Umbruch in Deutschland zu verhindern.“

„Zu diesen demokratischen Kräften gehören zuallererst die Wählerinnen und Wähler“, sagt Stetter-Karp. „Das ZdK unterstützt deshalb mit Kräften die Kampagne ‚Bewusst wählen!‘ des Bistums Magdeburg. Es kommt am Sonntag auf jeden und jede Einzelne an. Ich appelliere an alle, die es konkret in der Hand haben: Wählen Sie demokratische Parteien! Stärken Sie ein Bündnis der Mitte, das in der Lage ist, gemeinsam die Mehrheit der Sitze im Landtag zu gewinnen!“ 

Die ZdK-Präsidentin zeigt sich „aufs Äußerte besorgt darüber, dass es der AfD gelingt, breite Wählerschichten für sich zu gewinnen. Stimmen, die jetzt dafür plädieren, der AfD in Regierungsverantwortung beim Scheitern zuzuschauen und auf bessere Zeiten zu hoffen, widerspreche ich. Das ist keine Option! Wer das Programm der AfD in Sachsen-Anhalt aufmerksam liest, findet darin klare Zeichen. Sie ist eine Gegnerin der liberalen Demokratie und strebt einen schnellen und deutlichen Umbau des Bundeslandes an. Alle Verantwortung für angebliche Missstände schiebt sie den gewachsenen Parteien zu und stilisiert sich selbst zur Erlöserin.“ 

Diese Erlösung aber sei ein „vergiftetes Angebot“, so die ZdK-Präsidentin. „Wer eine völkisch-nationale Vorstellung von ‚Bevölkerung‘ hat, denkt weite Teile der deutschen Bevölkerung gar nicht mehr mit, möchte sie loswerden. Die AfD in Sachsen-Anhalt bekennt sich klar zu einer Identitätspolitik, in der Familie, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Soziales, ja das ganze Leben exklusiv gedacht wird. Es gibt Menschen, die sollen nicht mehr zu Sachsen-Anhalt gehören.“

Diese Haltung sei „mit einem christlichen Verständnis des Zusammenlebens und unserer Soziallehre unvereinbar“, sagt Stetter-Karp. „Mit allen Kräften müssen wir uns jetzt gemeinsam für Menschlichkeit und für die Menschenwürde aller stark machen. Christsein und Demokratie gehören zusammen. Denn christliche Werte sind Grundpfeiler unserer Verfassung. Genau daran erinnere ich. Jetzt. Drei Tage vor einer Wahl, die uns alle angeht. In ganz Deutschland.“ 

 

Lesen Sie dazu auch „Demokratie verteidigt sich nicht von selbst“ von Susanne Brandes und Henning Flad im heutigen Newsletter des ZdK

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