„Wir brauchen einen Frauen-Gipfel im Vatikan“

Vollversammlung des ZdK sieht in Frauenfrage ein „Zeichen der Zeit“

Die Zeit sei „reif dafür, jetzt die Stimmen von Frauen zu hören“, heißt es in einem heutigen Beschluss der ZdK-Vollversammlung. „Das ZdK wirkt, auch im Rahmen der zukünftigen Synodalkonferenz, auf einen weltweiten Frauen-Gipfel im Vatikan hin“, so der Beschluss. Man werde in dieser Frage auch auf die Deutsche Bischofskonferenz zugehen. 

Die Analyse der Weltsynode und des Synodalen Weges in Deutschland seien eindeutig: Frauen stießen weiterhin auf Hindernisse, „wenn es darum geht, ihre Charismen, ihre Berufung und ihre Rolle in den verschiedenen Bereichen des kirchlichen Lebens“ anzuerkennen. Das könne nicht länger so bleiben. 

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) richtete aus aktuellem Anlass einen Appell an die Bundesregierung, das Vertrauen in die geplante Rentenreform zu fördern: „Der Katholikentag, der nun beginnt, trägt das Leitwort ‚Hab Mut, steh auf!‘“, sagte sie. „Ich appelliere an das Bundeskabinett, jetzt weniger Krisenrhetorik und mehr Zukunftsvision zu bieten. Wir brauchen Mut und Energie für gute Lösungen – auch für eine Rente mit Zukunft.“

Anlässlich der laufenden Rentenkommission hat sich im ZdK ein Ad hoc-Arbeitskreis gebildet, der intensiv zu den Akzeptanzbedingungen der Rente berät. Geleitet wird er den ZdK-Mitgliedern Eva Maria Welskop-Deffaa und Prof. Andreas Lob-Hüdepohl. 

Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, sagte: „Die politische Aufgabe, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu erhalten, ist durch kein Reformvorhaben in der betrieblichen oder privaten Alterssicherung zu ersetzen. Die Rentenreform dieses Herbstes muss die gesetzliche Rente daher fit machen für die demographischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Da das Sicherungsniveau in Deutschland schon heute nicht besonders üppig ausfällt, sind andere Stellschrauben zu wählen als die Absenkung der Rentenhöhe.  Gerade für Bezieher kleiner Einkommen muss vermieden werden, dass trotz lebenslanger Beiträge am Ende nur eine Rente auf Grundsicherungsniveau gezahlt wird.“ Sie halte die Flexibilisierung des Renteneintrittsalters mit dem Ziel, mehr Menschen eine längere Erwerbsarbeit zu ermöglichen, für einen guten Ansatz. „Eine mechanische Anhebung der Altersgrenze für alle würde dagegen das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Rente beschädigen. Es braucht die Sicherheit, im Alter eine auskömmliche Rente zu erhalten, auch wenn man früher ausgepowert und erschöpft ist als der statische Durchschnitt.“

Vertrauen gehöre „zum Grundkapital jeder Form sozialer Sicherung“, gab der Sozialethiker Andreas Lob-Hüdepohl zu Protokoll, der aus Zeitgründen nicht persönlich sprechen konnte: Wer Vertrauen in ein Sicherungssystem entwickeln und erhalten solle, müsse eine begründete Hoffnung haben, „dass es gerecht zugeht, dass etwa das Verhältnis von Belastungen und erwartbaren Benefits ausgeglichen ist oder dass Belastungen und Benefits über die verschiedenen Anspruchsgruppen hinweg über die gesamte Lebensspanne fair verteilt sind.“ Bedauerlicherweise enthalte die Gesetzgebung zur Gesetzlichen Rentenversicherung im Unterschied zu anderen Sozialgesetzbüchern keine Definition über das Ziel einer solidarischen Alterssicherung. Das aber sei für jedes Vertrauen unerlässlich. Deshalb brauche es jetzt „eine ehrliche und vor allem öffentliche Diskussion über das Ziel einer Gesetzlichen Rente“. „Wir werden als ZdK zu dieser Diskussion unseren Beitrag leisten.“

Zuvor hatte ZdK-Vizepräsident Prof. Thomas Söding über den Stand der Vorbereitungen zur geplanten Synodalkonferenz informiert. Die in Rom erbetene „recognitio“ sei noch nicht da, „aber ich rate dazu, jetzt nicht nervös zu werden“. Am Ende müsse „etwas Gutes herauskommen, mit dem wir arbeiten können“. Das ZdK werde ab Ende Mai seine 27 Mitglieder der Synodalkonferenz wählen. „Die positive Botschaft lautet: Synodalität ist eine Chance. Die Kompetenz des ZdK ist am Start. Wir sind vorbereitet. Die Synodalkonferenz kann kommen.“

Die Vollversammlung beschloss zudem einen Initiativantrag zur Stützung eines starken Sozialstaats. Sie beschloss weiter die Modalitäten künftiger Vollversammlungen, den Appell, sich als ZdK gegen die Rückkehr alter Rollenmuster in der Gesellschaft stark zu machen und forderte die Einrichtung von Runden Tischen zur Bekämpfung Organisierter Kriminalität in Deutschland. 

Zum Thema „Missbrauch und Aufarbeitung“ hatte ein Podium unter Beteiligung der bildenden Künstlerin Susanne Wagner, der Theologin Prof. Hildegund Keul und Kai Christian Moritz, Mitglied des AK Kultur des 104. Deutschen Katholikentags und ehemaliges Mitglied des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, diskutiert.

Pressemitteilung: „Wir brauchen einen Frauen-Gipfel im Vatikan“ als PDF

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